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MPI-Erweiterung: Konkrete Pläne gibt es nicht

Forschungsfläche oder Landschaftsschutz MPI-Erweiterung: Konkrete Pläne gibt es nicht

Die Position des Göttinger Oberbürgermeisters Wolfgang Meyer (SPD) zu einer möglichen Erweiterung des Geländes der Max-Planck-Institute (MPI) am Fassberg (Tageblatt berichtete) steht fest. „Wir brauchen diese Erweiterung, davon lasse ich mich nicht abbringen“, sagte Meyer am Mittwoch, 11. August, vor rund 80 Bürgern bei einer Info-Veranstaltung der Nikolausberger CDU und FDP.

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MPI-Erweiterung: Diese Fläche soll es sein.

Göttingen sei ein international anerkannter Wissenschaftsstandort. Die Stadt lebe davon. „Wir müssen bemüht sein, diesen Schatz zu halten“, sagte Meyer. Für ihn gehört dazu, der Max-Planck-Gesellschaft (MPG) am Fassberg für den Fall eines Ausbaus oder einer Institutsneuansiedlung Flächen bereitstellen zu können. Auch wenn die MPG derzeit nichts konkret plane, hält es die Verwaltung für geboten, sich jetzt über neue Flächen Gedanken zu machen, um im Ernstfall schnell auf Anfragen reagieren zu können. Einziger Haken: Die für eine MPI-Erweiterung in Frage kommende Fläche entlang der Straße Am Fassberg liegt derzeit im Landschaftsschutzgebiet. Um hier künftig bauen zu können, müsste der Flächennutzungsplan geändert und die Fläche aus dem Landschaftsschutzgebiet genommen werden.

Diese Planungen und die von der Stadt angestrebte schnelle Entscheidung werden in Nikolausberg skeptisch betrachtet. CDU-Ratsmitglied Hans-Georg Scherer, Vorsitzender des Umweltausschuses des Göttinger Rates und Nikolausberger, lehnt die Herausnahme der rund 2,5 Hektar großen Fläche aus dem Landschaftsschutz ab. Sie sei Lebensraum für Tiere und Pflanzen und diene derzeit als Getreidefeld der Nahrungserzeugung. Das Feld sei ein Schutzgürtel für Nikolausberg, der nicht einfach weggeworfen werden dürfe. „Wir sind nicht gegen Wissenschaft“, sagte Scherer. „Das gilt aber nicht für Betonklötze im Landschaftsschutzgebiet.“ Diese ablehnende Haltung, so machte Scherer deutlich, sei keine CDU-Position, sondern seine persönliche.

Ob und wann die möglicherweise bereitgestellten Flächen von der MPG tatsächlich gebraucht werden, steht längst nicht fest. Nach Einschätzung von Herbert Jäckle, Direktor am Max-Planck-Institut (MPI) für biophysikalische Chemie und MPG-Vizepräsident, sei ein Ausbau oder gar eine Neuansiedlung eines Institutes innerhalb der kommenden zehn Jahre nicht wahrscheinlich. „Konkret ist derzeit nichts geplant“, sagte Jäckle. Wichtig sei aber, dass Flächen für eine Erweiterung vorrätig sind, denn manchmal könne es mit einer Neuansiedlung auch schnell gehen. „Zwei Jahre Wartezeit für Top-Wissenschaftler geht nicht“, machte Jäckle deutlich. Dieser würde dann eher an einen anderen Ort wechseln als auf Göttingen zu warten.

Die MPI-Erweiterung steht am Donnerstag, 19. August, auf der Tagesordnung von Bauausschuss und Ortsrat. Der Bauausschuss tagt ab 16.30 Uhr im Raum 118 des Neuen Rathauses, Hiroshimaplatz 1-4, der Ortsrat ab 20 Uhr im Gasthaus Zum Klosterkrug, Kalklage 2.

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Tageblatt-Interview

Für eine mögliche Erweiterung des Geländes der Max-Planck-Institute am Fassberg will die Stadt Göttingen den Flächennutzungsplan ändern. Im Tageblatt-Gespräch mit Michael Brakemeier hat Göttingens Oberbürgermeister Wolfgang Meyer (SPD) die Pläne aus Sicht der Stadt dargestellt.

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