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Energie und Spielfreude

„Madison Violet“ und Gizmo Varillas im Apex Energie und Spielfreude

Das Duo Madison Violet mit den Sängerinnen und Gitarristinnen Brenley MacEachern und Lisa ­MacIsaac besteht seit siebzehn Jahren. Seitdem reisen die Musikerinnen durch die Welt und geben bis zu 200 Konzerte im Jahr. „Back to the roots“ ist das Motto ihrer aktuellen Europa-Tour, die sie nun auch ins Apex führte.

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Ein eingespieltes und starkes Team: Brenley ­MacEachern (links) und Lisa ­MacIsaac.

Quelle: Linnhoff

Göttingen. Ihre Musik wird als „rauchig warme Melange aus zärtlichem Americana, prägnantem Folk und koketten Alternative-Popmelodien“ beschrieben, präsentiert auf zwei Gitarren, einer Fidel, und getragen von ihrem markant zweistimmigen Gesang. Mit ihrem aktuellen siebten Album „The Knight Sessions“ kehren sie mit zumeist akustischen Versionen alter und neuer Songs zurück zu ihren Wurzeln.

Sie kämen immer wieder gerne nach Deutschland, erzählen MacEachern und ­MacIsaac in gebrochenem Deutsch, vor allem wegen des Rotkrauts, der Knödel und der Bratkartoffel. „Ohio“ erklingt zur Einstimmung mit eingängigem Refrain, mehrstimmigem Gesang und dem Violinspiel von MacIsaac in locker fröhlichem Country-Flair. Mitten im Stück müssen sie neu ansetzen. Der Gedanke an einen zweiten Jägermeister habe sie kurzzeitig aus dem Konzept gebracht, erklärt ­MacEachern lächelnd.

Sympathisch und sehr publikumsnah kommen sie gleich zu Beginn ihres Konzertes daher. Die lockere Stimmung überträgt sich umgehend auf die Besucher im vollbesetzten Apex. Ihre Songs verbreiten ein sonniges Gute-Laune-Gefühl, auch wenn einige Texte einen ernsten Hintergrund haben. In „No fool“ verarbeiten sie Gedanken an einen vor einigen Monaten verstorbenen Freund und „How we see love“ ist eine Hymne an die politische Akzeptanz gleichgeschlechtlicher Liebe. Auch Kenny Rodgers „Lucille“, von MacEachern mit ihrer rauchig brüchigen Stimme eindringlich vorgetragen, ist ein eher trauriges Lied.

Sie hätten beide eine sehr große Familie, die schon einen Großteil der Einwohner ihrer kleinen Heimatstadt ausmache, erzählen sie. „Never saw the ending“ ist ihr Lied über kleine Städte. Mit der locker leichten Popnummer „These ships“ lassen sie dann Partystimmung aufkommen, spannen mit „Lauralee“ noch mal „die Pferde an“ und treten zum „Stolen dance“ der Kasseler Band „Milky Chance“ gemeinsam mit ihrem Support Gizmo Varillas vor die Bühne.

Der spanischstämmige, in London lebende, Varillas hatte den Abend mit seinen von den tropischen Klängen Südafrikas inspirierten, sehr rhythmischen Liedern, zur halbakustischen Gitarre eröffnet. Madison Violet wie auch Varillas bringen so viel ansteckende Energie und Spielfreude auf die Bühne, dass es ein pures Vergnügen ist, sie live zu erleben.

Von Jörg Linnhoff

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