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Mädchentag mit Kreissäge und Filznadel

50 Teilnehmerinnen aus dem Landkreis Göttingen Mädchentag mit Kreissäge und Filznadel

Die Metallwerkstatt ist eine von sechs Handwerks- und Kunststationen, die die knapp 50 Teilnehmerinnen aus fast allen Gemeinden im Landkreis Göttingen am Sonnabend auswählen konnten. Seit Jahren können Mädchen im Alter von elf bis 16 Jahren an einem Wintertag im Jugendzentrum Rosdorf kreativ und handwerklich arbeiten.

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Kreativer Mädchenteg: Lilly (vorne) und Johanna lackieren Regalbretter.

Quelle: Heller

Rosdorf. Doch, „ein bisschen  Angst“ hatte sie schon, als mit lautem metallischen Kreischen die Funken sprühten. „Aber dann war’s ok“, erzählt Dana Eckardt (11) aus Mengershausen von ihrer Schleif- und Schweißarbeit. „Ich hatte gar keine Angst“, versichert die 14-jährige Michelle Sobe aus Hann. Münden und zeigt ihre Eule aus Metall. Genauer gesagt aus Metallschrott, zurecht geschnitten mit einer Flex, geschliffen, poliert und selbst geschweißt.
„Es soll ihnen vor allem Spaß machen“, sagt Helga Steininger, Koordinatorin der Kreis-Mädchenarbeit. Die Mädchen sollten aber auch „Handwerkstechniken kennenlernen und ausprobieren, die sonst untypisch sind für Mädchen“. Darum gebe es neben Schmuckwerkstatt, Seifenküche, Nähstube und Trockenfilz-Atelier auch die Metall- und Holzwerkstatt.

In der wartet Pia Elix aus Reiffenhausen, das endlich die Farbe auf ihren Brettern trocknet. An der Kreissäge hat sie die Teile zurechtgeschnitten, Löcher gebohrt, geschliffen und dann Lack aufgesprüht. Wenn alles passt, will die Elfjährige das fertige grün-blaue Bücherregal in ihr Zimmer stellen. Sie ist zum ersten Mal beim Mädchen-Aktionstag dabei und es gefällt ihr „richtig gut“.

Dass bei anderen Mädchen die Farbe verläuft oder ein Holzteil mal nicht exakt passt, sei nebensächlich, sagt ihre betreuende Tischlerin Daniela Jacobi. Die Mädchen sollten in lockerer Atmosphäre arbeiten, gestalten und vor allem die Maschinen ausprobieren – von der Kreissäge bis zum Exzenterschleifer. Während dieser noch laut kreischt, wird im Gebäude gegenüber ruhiger gearbeitet. Mit speziellen Nadeln stechen die Mädchen auf einer Schaumstoffunterlage geduldig in Filzstückchen. So entstehen nach und nach Herzen, kugelige Schneemänner und bunte Filz-Vögel. Die sind genauso kuschelig wie Lara Collmanns bunter Sorgenfresser nebenan – mit Watte gefüllt und selbst genäht an der Nähmaschine. Nur ein Auge muss die Zwölfjährige aus Landwehrhagen noch aufnähen. Und wenn dann alle Sorgen in seinem Reißverschluss-Maul verschwunden sind, kann sie mit ihre ebenfalls genähten Kuschelmonster kuscheln. Aber erst wird sie ihre Arbeit wie alle anderen Mädchen am Ende des Aktionstages noch in großer Runde präsentieren.

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Von Redakteur Ulrich Schubert

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