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Mangel an Sozialwohnungen wächst weiter

„Herausforderung an die Politik“ Mangel an Sozialwohnungen wächst weiter

Sozialverbände und Mieterbund warnen vor einem wachsenden Mangel an bezahlbarem Wohnraum. Wohnungsexperten betrachten die sinkende Zahl von Sozialwohnungen mit großer Sorge. Und auch die Göttinger Landtagsabgeordnete Gabriele Andretta (SPD) sieht gerade für Göttingen dringenden Handlungsbedarf.

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Es war einmal: Viele Wohnungen auf dem Leineberg sind aus der Sozialbindung herausgefallen.

Quelle: Hinzmann

Göttingen. Jetzt hat das Pestel-Institut den Bedarf an Sozialwohnungen für Stadt und Landkreis Göttingen ermittelt. Demnach haben gut 23 000 Haushalte Anspruch auf eine Sozialmietwohnung.

Dazu gehören Hartz-IV-Empfänger und Wohngeldbezieher, aber auch Erwerbsunfähige und ältere Menschen, die von Grundsicherung leben.

Die Region Göttingen, so die Pestel-Analyse, habe beim sozialen Wohnraum einen über dem Bundesdurchschnitt liegenden Bedarf. Pestel-Mitarbeiter Matthias Günther: „Aber längst nicht jeder, der einen Anspruch auf eine Wohnung hat, hat auch die Chance, eine zu bekommen. Landesweit stehen nur für 19 Prozent Sozialmietwohnungen zur Verfügung.“

„Allein bei der kommunalen Wohnungsvermittlung“, erklärt SPD-Frau Andretta, „sind derzeit 278 unversorgte Wohnungsbewerber für eine Sozialwohnung gemeldet. Darunter sind 82 Alleinerziehende, 131 Einzelpersonen und 65 Familien, unter ihnen viele große Familien. Jeder dritte Bewerber warte bereits seit zwei Jahren und länger. Andretta: „Die Hälfte der Bewerber hat einen Migrationshintergrund. Es fehlen barrierefreie Sozialwohnungen für behinderte Menschen im Rollstuhl und Sozialwohnungen mit vier Zimmern und mehr für große Familien mit drei und mehr Kindern.“

Verschärfend wirke sich aus, dass in den vergangenen Jahren auch in Göttingen viele Sozialwohnungen vom Markt verschwunden seien, weil sie verkauft oder aus der Sozialbindung herausgefallen seien, sagt Rolf-Georg Köhler, Chef der städtischen Wohnungsbaugesellschaft: „Eine der drängendsten politischen Herausforderungen ist es, für Haushalte mit geringem Einkommen bezahlbare Wohnungen zu schaffen.“ Stattdessen, kritisiert Andretta, setze die Landesregierung „den Förderschwerpunkt einseitig auf den Erwerb von Eigenheimen und vernachlässige den öffentlich geförderten Wohnungsbau“.

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