Volltextsuche über das Angebot:

15 ° / 10 ° Sprühregen

Navigation:
Marderschäden im Frühling

Alle Jahre wieder Marderschäden im Frühling

Jetzt sind sie besonders angriffslustig. Kurz vor der Paarungszeit ärgern Marder mit ihren Bissen jedes Jahr tausende von Autobesitzern. Der Allgemeine Deutsche Automobil-Club (ADAC) hatte nach eigenen Angaben im vergangenen Jahr bundesweit etwa 15 000 Einsätze aufgrund von Autoschäden durch Marderbisse.

Voriger Artikel
Brandanschlag vermutet: Treppenhaus brennt aus
Nächster Artikel
Brennender Lkw auf Autobahn 7 [Update 2]

Schaut nach Biss-Spuren: Der Göttinger Kfz-Meister Sven Eichelberger.

Quelle: Theodoro da Silva

Diese sind nicht nur ärgerlich, sondern können auch sehr teuer werden. „Direkte Schäden an Schläuchen oder Kabeln übernimmt meist die Teilkaskoversicherung“, sagt der Göttinger Kfz-Meister Hüseyin Harman. „Entstehen aber Folgeschäden, zum Beispiel am Motor, müssen die Kunden die Reparaturen häufig selbst bezahlen.“

In jedem Frühjahr gehen die Probleme erneut los. Uli Thüre vom Naturschutzbund (Nabu)Niedersachsen erklärt: „Das hängt mit dem Revierkampf vor der Paarungszeit der Marder zusammen. Dann sind die Tiere besonders aggressiv.“ Wenn es zudem draußen noch recht kühl ist, verkriechen die Marder sich gerne im warmen Motorraum. Christian Köberle vom Kfz-Service Obernjesa beschreibt: „Wenn Sie Ihr Auto parken und ein männlicher Marder in Ihrem Motorraum vorbeischaut, hinterlässt er dort seinen Geruch. Sobald ein zweiter Marder diesen Geruch in Ihrem Auto bemerkt, wird er aggressiv und knabbert Kabel und Schläuche an.“ Der Göttinger Kfz-Meister Sven Eichelberger fügt hinzu: „Alles, was aus Gummi ist, also Wasserschläuche und Kabelummantelungen, sind gefährdet.“ Der Marder unterscheidet dabei weder nach Art des Gummis noch des Autos, so Thüre vom Nabu. Entscheidend ist nur, dass das Material weich ist, da der Marder sich sonst in seiner Wut verletzen würde.

Verschiedene Werkstätten schwören auf verschiedene Tricks. Doch die meisten Hausmittel, wie Katzenhaare oder WC-Steine, die den Marder über den Geruch abhalten sollen, funktionieren kaum. „Nach kurzer Zeit verliert sich der Geruch von Haaren oder Duftsteinen“, so Kfz-Meister Köberle. „Der Geruch des ersten Marders aber bleibt.“ Wie der ADAC empfiehlt er kleine Elektroschockgeräte für den Motorraum. Diese sind weder für Mensch noch Marder gefährlich, aber der leichte Schock soll den Marder abhalten, in das Auto zu klettern.

Eine weitere Möglichkeit sind Ultraschallgeräte. Diese erzeugen wechselnde Frequenzen, an die der Marder sich aufgrund der Unregelmäßigkeit nicht gewöhnen kann. Beides ist allerdings nicht ganz günstig. Der sicherste Tipp von Köberle ist zugleich der teuerste: „Am besten ist, Sie bauen sich eine Garage. Da kommt der Marder nämlich gar nicht erst hinein.“

ma

Voriger Artikel
Nächster Artikel
Bilder der Woche vom 9. bis 15. September 2017