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„Wenn es eine Chance gibt, etwas zu verändern, dann jetzt“

"Vier unter 30": Mareike Röckendorf (FDP) „Wenn es eine Chance gibt, etwas zu verändern, dann jetzt“

Junge Leute interessieren sich nicht für Politik - Fakt oder Vorurteil? Benjamin Köster ist Politikverdrossenheit und Engagement auf der Spur und begleitet bis zur Kommunalwahl am 11. September vier junge Kandidaten auf ihrem Weg in die kommunalen Parlamente - im Wahlkampf, bei Diskussionen und am entscheidenen Wahltag.

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Tritt für die FDP bei den Kommunalwahlen an: Mareike Röckendorf.

Quelle: Harald Wenzel

Göttingen. Auf den ersten Blick wirkt in der Göttinger FDP-Zentrale alles wie erwartet: Auf dem Tisch liegen leicht zerknitterte Fähnchen, in der Ecke steht der FDP-Sonnenschirm und an der Wand hängen alte Wahlplakate mit noch viel älteren Wahlkampfsprüchen. In der Mitte hingegen sitzen mehrere junge Leute und planen unter den Augen der alten FDP die neuen Liberalen: Es tagt die Programmkommission, mit dabei ist 23-jährige Mareike Röckendorf, Göttinger Kandidatin für Kreistag und den Rat der Stadt.

Rückblick: Es ist der 22. September 2013, der Tag der Bundestagswahl. Röckendorf ist in Berlin. Zwar ist sie nur Mitglied der Jungen Liberalen, aber den Wahlabend im Thomas-Dehler-Haus, der Bundeszentrale der FDP, will sie sich nicht entgehen lassen. Am Ende sind es nur 4,8 Prozent für die Liberalen, die damit erstmals aus dem Bundestag fliegen. Eine historische Zäsur.

Statt wie geplant am nächsten Tag den Bundestag zu besichtigen, packt sie Kartons und hilft beim Ausräumen der FDP-Büros. Es ist ein Schock. Dann denkt sie: „Wenn es eine Chance gibt, etwas zu verändern, dann jetzt.“ Noch am gleichen Tag wird die Wirtschaftsstudentin FDP-Mitglied.

Zurück in Göttingen ist für sie klar, dass sich bei den Liberalen etwas ändern muss. Die Treffen der Jungen in der FDP? Zu uncool. „Da traf man sich zum Bier in der muffigen Kneipe“, sagt sie. Mittlerweile gibt es die „liberale Runde“. Engagierte aus Hochschulgruppe, Jungen Liberalen und FDP treffen sich regelmäßig im lockeren Rahmen, organisiert von Röckendorf.

Und nun organisiert sie eben mehr oder weniger den Wahlkampf im Team mit dem FDP-Kreisvorsitzenden und ehemaligen Bundestagsabgeordneten Lutz Knopek. Sie sei da reingerutscht, die Partei biete aktuell aber auch viele Möglichkeiten für junge Leute, sagte die 23-Jährige.

Wenn in der Programmkommission um Worte gerungen und mit Formulierungen gekämft wird, ist einer ihrer häufigsten Sätze: „Da müssen wir nochmal ran.“ Sie versucht eine klare Sprache durchzusetzen, die typische alte FDP-Rhetorik ist ihr fast peinlich, Floskeln versucht sie aus dem Programm zu verbannen. „Floskeln stehen für die alte FDP“, meint die Jungpolitikerin. „Das hat bei der letzten Wahl schon nicht funktioniert, warum sollte das jetzt klappen?“

Von Benjamin Köster

Mehr zur Serie über die vier Kandidaten im Internet unter gturl.de/4unter30 und in den sozialen Netzen unter dem Hashtag #4unter30.

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Tageblatt startet neue Serie
Die vier jungen Kandidaten: Sebastian Bornmann (CDU), Amina Yousaf (SPD), Mareike Röckendorf (FDP) und Torben Müller (Grüne).

Junge Leute interessieren sich nicht für Politik - Fakt oder Vorurteil? Tageblatt-Reporter Benjamin Köster ist Politikverdrossenheit und Engagement auf der Spur und begleitet bis zur Kommunalwahl am 11. September vier junge Kandidaten auf ihrem Weg in die kommunalen Parlamente.

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