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Marga Reinecke zieht sich allmählich aus Ehrenämtern zurück

„Ich konnte nie nein sagen“ Marga Reinecke zieht sich allmählich aus Ehrenämtern zurück

August Brandenburg hielt sich nicht lange mit der Suche nach einem Nachfolger auf, als im April 1999, vor etwas mehr als 15 Jahren also, der Hausmeister des Dorfgemeinschaftshauses von seinem Posten zurücktrat. „Du musst den Job machen“, sagte der damalige Bürgermeister zu Marga Reinecke.

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Engagement auch zur Selbstverwirklichung: Marga Reinecke will jetzt kürzer treten.

Quelle: Heller

Barlissen. Und die damals 60-Jährige gab die erwartete Antwort: „Ich mach´s“.

So, wie sie immer so gut wie alles gemacht hat: sie war stellvertretende Bürgermeisterin, Ratsfrau für die SPD sowie Mitglied des Kirchenvorstands, ist Aufsichtsratsmitglied der Bio-Genossenschaft Jühnde und hat vor einiger Zeit die Leitung des Seniorenkreises übernommen. „Die Leute sagen, ich könne nicht nein sagen“, erzählt Reinecke. „Ich denke, sie haben Recht.“

Den Hausmeister-Job hat die 75-Jährige jetzt allerdings abgegeben. „Der Generationenwechsel war fällig“, findet sie. Sebastian Elend wird übernehmen. Reinecke hat den 24-Jährigen eingewiesen und ihm alles erklärt, was er wissen muss. „Wir haben viel Arbeit ins Dorfgemeinschaftshaus gesteckt“, blickt Reinecke zurück.

„Kürzlich waren wieder Japaner da“

„Wir“, sagt sie, weil ihr Mann Heinrich (79, ehemaliger Feuerwehrmann) als ihr Stellvertreter tätig war. Als sie das Gebäude übernahmen, sei es ziemlich heruntergekommen gewesen, jetzt könne es sich sehen lassen. Mit 80 Euro wird der Hausmeisterposten vergütet. „Na ja, immerhin“, sagt sie, „es ist eben ein Ehrenamt“.

In Zukunft wolle sie etwas kürzer treten, sagt die Mutter von drei Kindern (56, 55, 49). Im Dezember wird sie sich auch aus dem Aufsichtsrat der Bio-Genossenschaft zurückziehen. Dass ein kleines Dorf wie Jühnde es geschafft hat, ein so großes Projekt wie die Biogas-Anlage zu stemmen, mache sie stolz, betont Reinecke. Sie war für die Führungen verantwortlich, „kürzlich waren wieder Japaner da“, berichtet sie.

„Viele Besucher wundern sich immer, dass eine Tausend-Einwohner-Gemeinde so etwas auf die Beine stellen konnte.“ Sie sei von Beruf Hausfrau gewesen, habe drei Kinder groß gezogen und später ihre kranke Schwiegermutter gepflegt. „Meine vielen Ämter und die damit verbundenen Tätigkeiten sind wohl auch ein Stück Selbstverwirklichung gewesen“, sagt Reinecke.

In Zukunft wolle sie mehr Zeit mit den fünf Enkeln und zwei Urenkeln verbringen. Und vielleicht noch die eine oder andere Reise unternehmen: „Ferne Länder haben mich immer fasziniert.“

Von Hauke Rudolph

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