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Marketing für die Kirche

Neues Kommunikationskonzept für Smart-Phone-Generation Marketing für die Kirche

Etwas mehr Marketing könnte die Evangelisch-Lutherische Landeskirche Hannover vertragen, meint Arend de Vries, der Geistliche Vizepräsident des hannoverschen Landeskirchenamtes. Der mit 23 000 Hauptamtlichen und einem Haushaltsvolumen von 500 Millionen Euro „nicht ganz kleinen Organisation“ sterben die Mitglieder weg, sagte der Theologe bei einer Veranstaltung des Marketing-Clubs Göttingen im Hotel Freizeit In.

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Arend de Vries

Quelle: EF

Göttingen. Wo Kinder geboren würden, zögerten die Eltern mit der Taufe, so de Vries. Kirchenaustrittswellen, wie 2014 nach Einführung der automatischen Abführung der Kirchensteuer auf Kapitalertragszinsen („ein Kommunikations-Gau“) ließen die Mitgliederzahlen weiter sinken. Aktuell seien es noch 2,8 Millionen Menschen. Ein großes Problem: Die Kirche erreiche die Smart-Phone-Generation kaum.

Doch so einfach lassen sich Marketing-Instrumente nicht auf die Kirche übertragen. Die Leitung des „etwas anderen Unternehmens“ könne nicht einfach eine neue Strategie beschließen, führte der Theologe aus. Zunächst sei das Kirchenparlament, die Landessynode, zu überzeugen. Die Synode sehe andere Prioritäten bei der Verwendung knapper Mittel. Bereits mit den Begriffen tue sie sich schwer. Deshalb spricht de Vies lieber von einem neuen „Kommunikationskonzept. Es wird derzeit von einer sechsköpfigen Arbeitsgruppe erstellt.

Vielen sei gar nicht bewusst, was die Kirche alles leiste, hieß es während der Diskussion. Angebote, etwa die Eheberatung, durch Suchmaschinenoptimierung im Internet sichtbarer zu machen, ist allerdings nicht einfach. „Es gibt schon heute Wartezeiten“, berichtete Göttingens Superintendent Friedrich Selter. Der Grund: Da die Kirche ihre Leistungen nicht gewinnbringend verkauft, wird deren Angebot bei steigender Nachfrage nicht automatisch ausgebaut. Auch auf „Kundenwünsche“ wollen Pastoren nur begrenzt eingehen, erklärte de Vries. So solle etwa eine Taufe oder eine Trauung noch als „kirchliche Handlung“ erkennbar bleiben. mic

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