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Markt der Berufe: Von Tischler bis Laborant

100 Aussteller bei GöBit Markt der Berufe: Von Tischler bis Laborant

Mehr als 100 Betriebe, Berufsschulen, Fachschulen, Hochschulen und andere Einrichtungen präsentierten am Sonnabend bei den Göttinger Berufsinformationstagen (GöBit) ihre Ausbildungsberufe und schulischen Angebote.

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Quelle: Heller

Mit einem letzten Schwung schiebt Mirco die Feile über das eingespannte Holz und schmunzelt. „Is‘ ja easy, kommentiert er sein Werk. „Irgendwas mit Holz“ will der 16-jährige Realschüler nach der Schule machen. Dass eine Tischlerlehre allerdings deutliche schwieriger ist als eine kleine Übung mit der Feile, machen ihm die Auszubildenden am Stand der Tischlerinnung und Tischlerei Harald Schreiner schnell klar – ohne ihn zu verprellen.

Marcel Zufuß schwärmt von seinem Beruf. Als Lehrling im dritten Jahr an der PC-gesteuerten Drehmaschine der Firma Demag Cranes & Components aus Uslar erklärt er geduldig, was ein Zerspanungsmechaniker macht. Die wenigsten Besucher wissen, dass sich dahinter der frühere „Dreher“ verbirgt. Aber mit Blick auf die Maschine bleiben trotzdem viele stehen – „wenn sich was bewegt und lärmt, kommen die Leute“, hat Zufuß beobachtet.

Dass merken vor allem Anbieter, bei denen nichts lärmt. „Es kommen weniger als in den Vorjahren“, spricht Gisela Gode-Troch, Vorsitzende der Göttinger Bezirksstelle der Zahnärztekammer Niedersachsen, vielen Anbietern aus der Seele. Es gebe zwar einige, die nach einer Ausbildung im Bereich Zahnbehandlung fragen. Viele aber würden nur vorbeischlendern. „Dann sprechen wir sie direkt an.“

Das Berufsspektrum ist groß: Handwerker sind ebenso vertreten wie die Bundeswehr, die Universität, diverse Fachschulen, die Agentur für Arbeit und die Volkshochschule. Parallel zur Messe gibt es Vorträge – über Ausbildungen im Ausland, Bewerbungstipps oder Studienfinanzierung. Denn die GöBit lockt neben Haupt- und Realschülern auch Abiturienten und viele Eltern, die das Angebot aufmerksam prüfen, an – nicht selten ihre gelangweilten Kinder im Schlepptau. Aber die Zahl der Motivierten überwiegt: Der 16-jährige Göttinger Markus Körner besucht die elfte Gymnasialklasse. Was er nach dem Abi machen wird, „ist noch völlig offen“.

Die GöBit soll ihm bei der Berufswahl helfen. „Naturwissenschaften oder Jura“, seien zurzeit am stärksten im Rennen, aber vielleicht „überzeugt“ ihn die GöBit von etwas anderem. Julia Bösch macht im nächsten Jahr ihr Fachabitur im Bereich Gestaltung. Sie will „aber schon früh eine Vorstellung haben, wie es danach weiter geht“. „Das ist ganz wichtig“, ergänzt ihre Freundin Johanna Heß, schließlich müsse man sich früh bewerben, um einen guten Ausbildungsplatz zu bekommen. Die Gymnasiastin ist aus Hessen zu Besuch und kennt dortige Berufsbörsen. Ihr Urteil zur GöBit: Viel größer, umfangreicher und besser.“

Und abwechslungsreicher: Am Stand der Bundeswehr protestierten kurzzeitig Mitglieder der „Antimilitaristische Perspektive Göttingen“ gegen Kriege und eine „Ausbildung zum Töten“ unter dem Dach der Bundeswehr.

Von Ulrich Schubert

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