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Markt- und Potenzialanalyse des Landkreises Göttingen

Tagesbesucher bringen Geld Markt- und Potenzialanalyse des Landkreises Göttingen

Durchschnittlich 71 Euro gibt ein Besucher der Region Göttingen bei seinem Tagesausflug aus – 40 Prozent davon in der Gastronomie, 37 Prozent für Einkäufe oder Shopping. Das haben rund 800 Telefoninterviews im 90-Kilometer-Radius um Göttingen ergeben, die im vergangenen Jahr im Auftrag des Landkreises im Sommer vergangenen Jahr zum Thema Tagestourismus geführt worden sind.

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Beliebte Ausflugsziele für Tagestouristen: Hann. Münden, Göttingen und Duderstadt werden gern besucht.

Quelle: Halm

Göttingen / Hann. Münden / Duderstadt. Dass Tagesgäste ein nicht zu unterschätzender Wirtschaftsfaktor sind, hat auch eine von der Stadt Göttingen in Auftrag gegebene Analyse zum Städtetourismus ergeben. Danach brachten Tagesgäste im Jahr 2013 einen Bruttoumsatz von 311,5 Millionen Euro in die Stadt.

Mit seiner Markt- und Potenzialanalyse hat der Landkreis Göttingen allerdings mehr den Tagestourismus in der Region im Blick. Die erhobenen Daten sollen die Grundlage bilden für ein gemeinsames Tourismuskonzept. In einem ersten Workshop wurden von den Teilnehmern – „alle die in der Region etwas mit Tagestourismus zu tun haben“, sagt Sissi Karnehm-Wolf, Tourismuskoordinatorin beim Landkreis Göttingen, – Ideen für konkrete touristische Angebote entwickelt.

Jetzt soll daraus „ein Produkt entwickelt werden“. Karnehm-Wolf denkt dabei an eine Ausflugs- und Erlebniskarte für die gesamte Region. „Der Besucher in Münden soll dort auch Infos über Duderstadt bekommen“, sagt die Tourismuskoordinatorin.

Es sei wichtig, „Tourismus als weichen Standortfaktor zu erkennen“, sagt Antje Jahn, Geschäftsführerin des Vereins Touristik Naturpark Münden. Und von jeder Investition etwa in die touristische Infrastruktur würden nicht nur die Gästen der Stadt sondern auch deren Bürger profitieren. Die Potenzialanalyse des Landkreises zeige, sagt sie, dass der Tagestourismus mehr Geld in die Stadt bringe als die Übernachtungsgäste.

Historische Rathaus verschlossen

Die 71 Euro, die durchschnittlich pro Tag und Gast ausgegeben werden, fließen in Gastronomie (40 Prozent) und Handel (37 Prozent), werden für Sport, Spiel, Unterhaltung und Eintrittsgelder (13 Prozent) sowie Sonstiges wie Parken oder öffentlicher Nahverkehr (sieben Prozent) ausgegeben.

Die Analyse zeige auch, dass 75 Prozent der Befragten ihren letzten Tagesausflug mit der Familie beziehungsweise ihren Kindern, 28 Prozent mit Freunden und Bekannten unternommen haben. Die Tagesbesucher im Göttinger Land blieben durchschnittlich sieben Stunden.

Bei den Aktivitäten der Tagestouristen stehen Gastronomiebesuche mit 59 Prozent, Wandern (34 Prozent), Shopping (32 Prozent) und der Besuch kulturhistorischer Sehenswürdigkeiten (27 Prozent) auf den vorderen Plätzen.

Das Potenzial der touristischen Region Göttinger Land sei noch nicht ausgeschöpft, so die Einschätzung von Jahn und Karnehm-Wolf. Die Touristikerin aus Hann. Münden nennt zum Beispiel die Sonderrolle der Drei-Flüsse-Stadt, die als Erholungsort eingestuft ist. Daher könnten die Geschäfte jeden Sonntag öffnen.

Karnehm-Wolf sieht unter anderem im Bereich verlässliche Öffnungszeiten noch Handlungsbedarf: „Wenn in Hann. Münden am Sonntag die Stadt voller Besucher ist, bleibt ihnen das historische Rathaus verschlossen.“

Workshop für Touristiker

Bereits im November hat auf Einladung des Landkreises Göttingen für die sogenannten touristischen Leistungsträger im Göttinger Land eine kreative Produktwerkstatt stattgefunden.

Dabei ging es unter anderem darum, fachliche Hintergrundinformationen über die touristische Angebotsentwicklung zu erhalten und gemeinsam Ideen und erste konkrete touristische Angebote zu verschiedenen Themen zu entwickeln.

Jetzt steht ein zweiter Workshop bevor, für den der Landkreis Anmeldungen bis zum 12. Januar per Fax unter 05 51 / 52 56 70 oder per E-Mail an Karnehm-Wolf@landkreisgoettingen.de entgegen nimmt. Die Veranstaltung selbst findet am Donnerstag, 22. Januar, statt.

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