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"Irreführung des Verbrauchers"

Marktumfrage "Irreführung des Verbrauchers"

Bei der niedersächsischen CDU geht es um die Wurst. Die Wurst soll nämlich nur als solche bezeichnet werden, wenn sie auch aus Fleisch besteht, fordern die Landespolitiker. Ein Vorschlag, der bei einigen Göttingern auf Anklang stößt, anderen ist er im wahrsten Sinn Wurscht.

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Darf nur Wurst Wurst heißen, wenn sie aus Fleisch besteht? Wir haben nachgefragt.

Quelle: Archiv

Göttingen. "Die Idee ist sehr, sehr gut", sagt Akis Parasidis. Der griechische Lebensmittelexperte mit mehr als 20 Jahren Erfahrung in diesem Sektor geht allerdings noch weiter: "Es ist auch wichtig, immer anzugeben, aus welcher Region das Fleisch stammt, wie die Tiere dort behandelt werden und ob die Hygiene an den Produktionsstätten gewährleistet ist. Fleischimitate sind eine absolute Irreführung des Verbrauchers und Verblendung vor dem Hintergrund, dass ehrliche Produzenten vernachlässigt werden."

Akis Parasidis.

Quelle: R

Der gleichen Meinung ist Semra Ilhan. "Lebensmittel sollten generell so genau wie möglich beschrieben werden. Für viele Menschen spielt Ernährung eine Rolle, sie sollten nicht erst im Kleingedruckten lesen, was sie für ein Produkt in den Händen halten. Vegetarische Wurst ohne Fleischanteil Wurst zu nennen, nur weil sie von der Struktur und vom Geschmack an Fleisch erinnert, ist nicht die richtige Herangehensweise. Produktnamen sollten darauf schließen lassen, was das Produkt enthält."

Semra Ilhan.

Quelle: R

Einen Namensvorschlag für vegetarische Fleischimitate macht Daniel Kollstedt: "Man sollte das Würz-Tofu nennen, vielleicht mit einem Namenszusatz wie Salami-Geschmack, weil es nichts Tierisches ist", erklärt der KfZ-Mechatroniker. Für "Veggie-Rolle" oder "Veggie-Aufschnitt" plädiert Renato Derek. "Da Wurst kein Markenname, sondern ein Begriff ist, kann zwar auch ein vegetarisches Produkt so heißen, aber es ist irreführend und mir eigentlich auch Wurscht", fügt der 28-jährige Kroate an.

Renato Derek.

Quelle: R

Allerdings erntet die CDU Niedersachsen auch Unverständnis für ihren Vorstoß. "Politiker sollten sich mit wichtigeren Dingen befassen", meint der aus Oldenburg stammende Jura-Student Arne Röglin.

Arne Röglin.

Quelle: R

Geradezu poetisch antwortet der angehende Englisch- und Religionslehrer Nico Grässlin: "Alles hat ein Ende, nur die Wurst hat zwei. Das gilt auch für vegetarische Würste", singt er.

Nico Grässlin.

Quelle: R
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