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„Wir züchten uns Extremisten heran“

Marktumfrage „Wir züchten uns Extremisten heran“

Die Deutschen zahlen laut einer Studie im Schnitt fast die Hälfte ihres Einkommens als Abgaben an den Staat. Ist das Steuersystem gerecht? Die Göttinger sind sich über diese Frage weitgehend einig.

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Martine Baude

Quelle: Zech

Göttingen. Für Martine Baude stellt die hohe Steuerbelastung eine „unverschämte Ausnutzung“ dar. Die gebürtige Französin wünscht sich „ein besseres System für Geringverdiener“. Außerdem werde das Geld falsch verteilt. „Es fließt nicht da hin, wo es gebraucht wird“, sagt die Rentnerin und nennt als Beispiel den Pflegebereich.

Klaus Rölleke

Klaus Rölleke

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Der Lehrer Klaus Rölleke findet, dass man die Frage nach der Steuergerechtigkeit differenziert betrachten müsse: „Es wäre schön, wenn es eine einfache Antwort gäbe.“ Er wünscht sich vor allem mehr Transparenz für den Bürger. „Wir sollten erfahren, was genau mit unseren Steuergeldern geschieht“, fordert er. Rölleke ist sich jedoch sicher: „Man kann noch vieles besser machen.“

Marie-Christin Gloth

Darin ist er sich mit Marie-Christin Gloth einig. Die Verkäuferin auf dem Wochenmarkt ist allerdings überzeugt davon, dass das Steuersystem ungerecht ist, solange die Besserverdiener nicht mehr zahlen müssen. „Es sollte viel mehr gestaffelt werden“, meint sie. Auch Gloth glaubt, dass das Steuergeld nicht immer da ankommt, wo es gebraucht wird: „Kinderbetreuung ist für mich ein großes Thema. Dafür dürfte gerne mehr Geld ausgegeben werden.“

Frank Kroll

Ein paar Meter weiter hält Frank Kroll die Steuern in Deutschland grundsätzlich für gerecht. Der Förster aus dem Allgäu ist jedoch ebenfalls der Ansicht, dass die Geldverschwendung abgestellt werden müsse. „Die Politik verfolgt dieses Ziel aber nicht konsequent“, kritisiert er. Und noch etwas anderes stört ihn: „Die Großkonzerne zahlen so gut wie nichts. Das ist ungerecht gegenüber den mittleren Einkommen.“

Francisco Exposito-Verdejo

Francisco Exposito-Verdejo

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Das sieht Francisco Exposito-Verdejo aus Friedland ganz ähnlich. Der Landwirt ist wütend auf das Steuersystem und die Politik. „Es gibt einfach zu viele Töpfe, und zu viele zahlen nicht ein“, klagt er. Darunter litten vor allem die kleinen und mittleren Einkommen. Außerdem mahnt er die Politik angesichts der „Vehemenz, mit der Steuern eingetrieben werden“, zu mehr Bedacht beim Ausgeben. Wenn es so weitergehe, werde sich das rächen, glaubt er. „Wir züchten uns Extremisten heran“, warnt der Landwirt kopfschüttelnd. mze

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