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"Alle kräftig zur Kasse bitten"

Bußgeld für Raser "Alle kräftig zur Kasse bitten"

Selten stehen die Göttinger so einstimmig hinter einem Vorschlag der Politik wie bei diesem: Die Innenminister der Bundesländer wollen die Strafen für Verkehrssünder drastisch erhöhen. Bußgelder sollen zudem nach der Höhe des Einkommens gestaffelt werden. Das wiederum stößt auf Kritik.

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Antje Vogt

Quelle: fab

Göttingen. "Es ist absolut sinnvoll, die Strafen zu erhöhen. Ich hoffe, das schreckt Raser ab", findet Antje Vogt aus Duderstadt.

Thomas Deimel-Bessler

Thomas Deimel-Bessler

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Auch Thomas Deimel-Bessler unterstützt die Pläne der Innenminister, eine Staffelung der Bußgelder hält der Göttinger allerdings für nicht umsetzbar: "Der Berechnungsaufwand dürfte so groß sein, dass die Einnahmen im laufenden Verfahren wieder aufgefressen werden."

Renate Kaufmann

Renate Kaufmann

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Als "albern" bezeichnet Renate Kaufmann die Idee der Strafenstaffelung. "Schnellfahrer sollen ruhig alle kräftig zur Kasse gebeten werden. Etwas anderes als Strafen hemmt doch kaum jemanden", erklärt die passionierte Radfahrerin, die sich wundert, dass bei der Fahrweise etlicher Verkehrsteilnehmer nicht "viel öfter etwas passiert".

Mel Kohlhase

Mel Kohlhase

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Besonders Fahranfänger schlagen in puncto Geschwindigkeit häufig über die Stränge. Der 18-jährige Abiturient Mel Kohlhase beteuert hingegen, sich im Verkehr zu beherrschen. Aus seiner Sicht sollen vor allem jüngere Raser blechen müssen. "Die Bußgelder müssen mindestens auf dem aktuellen Niveau verweilen", fordert der Seeburger. Eine höhere Sanktion für Topverdiener unterstützt Kohlhase ebenso: "Dann tut es denen wenigstens weh."

Marie-Christin Gloth

Marie-Christin Gloth

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Wenngleich sie momentan zumeist mit dem Kinderwagen durch die Region tourt, gesteht Marie-Christin Gloth aus Friedland, hin und wieder die Geschwindigkeitsbegrenzung zu überschreiten. Happigeren Bußen und der Einkommensstaffelung steht die Angestellte der Mosterei Malus dennoch offen gegenüber. "Die Idee der Staffelung ist gut, so sollte es überall sein", betont Gloth.

 

Wenig von beiden Plänen der Politik hält Giovanna Busco. "Da es in unserer Gesellschaft viele Geringverdiener gibt, bin ich gegen eine Bußgelderhöhung. Dass besser situierte Raser mehr zahlen sollen, lehne ich ebenfalls ab. Es wäre schlicht unfair und prägt das Zwei-Klassen-System zwischen Arm und Reich nur noch weiter aus", begründet die Halb-Italienerin mit apulischen Wurzeln. Ihr Alternativvorschlag: Prävention. "In den Medien könnte mehr an die Verantwortlichkeit der Autofahrer appelliert und über die Folgen zu schnellen Fahrens aufgeklärt werden", sagt Busco.

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