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Haus Nummer zwei wird abgerissen

Düstere Straße Haus Nummer zwei wird abgerissen

In den vergangenen Monaten wurde die Immobilie Düstere Straße 2 entkernt, am Donnerstag kam das Abrissunternehmen. Bis zum Wochenende soll von dem etwa 100 Jahre alten Wohnhaus nur noch das Fundament zu sehen sein.

Düstere Straße 2, Göttingen 51.530479 9.933438
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In den vergangenen Monaten wurde die Immobilie Düstere Straße 2 entkernt, am Donnerstag kam das Abrissunternehmen.

Quelle: Pförtner

Göttingen. Der Bagger frisst sich langsam vom Dach aus durch die drei Etagen des Fachwerkhauses an der Ecke Düstere Straße und Turmstraße. Es ist Donnerstagmorgen, Baustaub liegt in der Luft. Lastwagen stehen bereits zum Abtransport. Mitarbeiter des Abrissunternehmens zerlegen das Gebäude mit großer Sorgfalt. Zum einen würde in den engen Innenstadtstraßen unkontrolliert herabfallendes Baumaterial benachbarte Häuser beschädigen und Passanten gefährden. Zum anderen werden die Baumaterialien bereits vor Ort vorsortiert, erklärt Bauleiter Heiko Schaper. Allein zehn Tonnen Lehm habe er gesichert - "Super-Material" für die weitere Nutzung.

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Bevor allerdings gebaut werden kann, muss die dritte Änderung des Bebauungsplans "Nikolaikirche" durch die Instanzen. Die zweite Änderung, die den Bereich des benachbarten Galeriegebäudes betrifft, hat im März den Rat passiert. Dort wurde außerdem die Einrichtung eines Unterausschusses für das Sanierungsgebiet „Südliche Innenstadt“ beschlossen. Der tagt erstmals am Dienstag, 4. April, um 19 Uhr in den Räumlichkeiten des Coworking by pro Office (Groner Straße 17c / Düstere Straße 20).

Bereits vor zwei Jahren haben Experten die Bausubstanz des alten Hauses untersucht. Das Ergebnis: Das Holz war teilweise so stark verrottet, dass Einsturzgefahr bestand. Zudem hatte sich das gesamte Gebäude um etwa 30 Zentimeter in Richtung Süden geneigt. Je weiter die Fachleute durch die vielfach nachträglich angebrachten Verkleidungen in die Gebäudestruktur vordrangen, um so deutlicher wurde ihr Urteil: Totalschaden. "Einige Balken hingen schon ohne jeden Kontakt in der Luft", erklärt Schaper. Außerdem seien teilweise verkohlte Hölzer, nicht sanierte Wasserschäden und Schwamm zum Vorschein gekommen. Zur vorübergehenden Sicherung mussten Stützbalken angebracht werden.

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Die Amerikanerin Nina Holland betreibt seit 2011 in Göttingen den Buchverlag Little Steidl, in dem sie mit ihrem Geschäftspartner Jerry Sohn in Handarbeit Künstlerbücher herausgibt. Holland lernte bei Steidl das Druckerhandwerk. Sie betont, dass ihr Verlag unabhängig vom Steidl-Verlag sei. Derzeit befindet sich ihre Druckerei in der Willi-Eichler-Straße. 2015 kaufte sie das Haus Düstere Straße 2. Mehr Infos unter littlesteidl.de. mib

Wo noch bis Freitag der Abriss-Bagger sein Werk verrichtet, soll in nicht zu ferner Zukunft das "Haus für einen Kunstverlag" stehen - in direkter Nachbarschaft von Steidl-Verlag, Günter-Grass-Archiv und des geplantem Galeriegebäud. Die ehemaligen Steidl-Mitarbeiter Nina Holland und ihr Partner Jerry Sohn haben den Schweizer Stararchitekten Peter Zumthor für die Planung des Gebäudes gewonnen. Dessen Modell war im März 2016 in Göttingen vorgestellt worden. Das Haus solle "komplett und massiv" aus Backsteinen gebaut werden, erklärte Zumthor vor einem Jahr in der Paulinerkirche. Der Bauplatz ist jetzt frei.

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