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Massenvernichtungsmittel? Heftige Debatte in Adelebsen über Windräder

Windräder und Kriegstote Massenvernichtungsmittel? Heftige Debatte in Adelebsen über Windräder

Wirbel wegen eines Weltkriegsvergleichs, ein Flyer gegen die Bürgermeisterin von Barterode und gegenseitige Vorwürfe: Im Flecken Adelebsen wird weiter heftig über die Ausweisung von Flächen für Windräder gestritten.

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Quelle: dapd (Symbolfoto)

Adelebsen.  In der Sitzung des Rates der Gemeinde, in der es um den Abschluss des Vorverfahrens ging, verwahrten sich mehrere Ratsmitglieder gegen Aussagen der Bürgerinitiative Pro Barterode. Die Windkraft-Gegner wiederum wiesen die Vorwürfe scharf zurück.

Zu Beginn der Debatte im Rat der Gemeinde wies Bürgermeister Holger Frase (SPD) darauf hin, dass es derzeit nur um den Abschluss des Vorverfahrens gehe. Dadurch werde aus dem Vorentwurf ein Entwurf, gegen den erneut Einwendungen vorgebracht werden könnten. Petra Löb-Kompart (Grüne) erklärte, dass im bisherigen Verfahren der Abstand zur Wohnbebauung auf 1200 Meter erhöht worden sei. Aufgrund der angelegten Kriterien seien nur zwei Flächen – östlich von Barterode und südwestlich von Adelebsen – übriggeblieben. Es gehe darum, einen rechtssicheren Plan aufzustellen und dabei die Belastungen für Bürger und Natur so gering wie möglich zu halten.

Ohne einen solchen Plan könnten Windräder überall im Gemeindegebiet gebaut werden. Sie könne es verstehen, dass Windräder in Sichtweite nicht jeden begeisterten, so die Grünen-Politikerin. Sie kritisierte jedoch folgende Aussage auf der Internetseite der Windkraft-Gegner: „Was zwei Weltkriege nicht geschafft haben, das schafft das EEG mit seinen Windrädern und Solarfeldern.“ Angesichts von Millionen Weltkriegstoten sei das deplatziert. Windräder seien keine Massenvernichtungsmittel.

Nicole Schulz (CDU) ergänzte, die Bürgerinitiative habe wichtige Informationen eingebracht, die auch berücksichtigt worden seien. Ein im Ort verteilter Flyer gegen Barterodes Bürgermeisterin Brigitte Bindseil (SPD) mit persönlichen Angriffen sei jedoch unpassend. Bindseil trete wie auch andere Ratsmitglieder für einen rechtssicheren Plan ein. Das richte sich nicht gegen den Ort, sondern sei im Interesse Barterodes. Auch Bindseil wies die Vorwürfe zurück. Norbert Hille (SPD) kritisierte, dass die Windkraft-Gegner sich häufig nicht namentlich zu erkennen gäben. Fraktionsübergreifend stimmte der Rat für den Entwurf des Plans. Lediglich Thorsten Hüne (Pro Erbsen) votierte dagegen. Er habe artenschutzrechtliche Bedenken im Hinblick auf die Fläche bei Barterode.

Nach der Sitzung zeigte sich Pro Barterode in einer Mitteilung empört über die Äußerungen von Löb-Kompart, von der die Initiative eine öffentliche Entschuldigung forderte. Außerdem behalte man sich rechtliche Schritte vor. Es sei ungeheuerlich, wie Löb-Kompart bewusst einen falschen Eindruck erwecke und mangelnde Achtung vor den Kriegstoten unterstelle. Die beanstandete Aussage beziehe sich lediglich auf die Zerstörung  von Natur durch Windparks.  Die Initiative wolle einen öffentlichen Dialog erreichen: „Wir können nichts dafür, wenn die Energiewende nicht so funktioniert, wie es sich die Grünen wünschen.“

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