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Mea Culpa

Tageblatt-Wochenendkolumne Mea Culpa

Dem Kollegen Wätzold unten bin ich ziemlich dankbar. Die schlimmsten Themen hat er schon mal abgearbeitet. Kakerlaken und Amigos. Der Mann schont sich nicht! Guter Mann.

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Christoph Oppermann

Quelle: GT

Das gibt mir Raum, mich einer Übung zu unterziehen, die in nur übersichtlichem Maße vergnügungssteuerpflichtig ist. Ich muss einräumen, mich gründlich geirrt zu haben. Bitte nicht falsch verstehen. Ich irre in ähnlichen Raten wie jeder andere auch, und üblicherweise kann ich's auch einräumen, aber in diesem Fall ... ich winde mich.

Also, mit kurzem, heftigen Anlauf: Herr Weselsky, es tut mir leid. Ich lag daneben und irrte mächtig. Bei den vergangenen zehn, zwölf, wasweißichwievielen Bahnstreiks (sehen Sie's mir nach, bin Redakteur, nicht Buchhalter) habe ich gelegentlich geflucht, dass jedes Seemannsheim errötet wäre. Es war ein Fehler. Als die GDL der Bahn den Fahrplan diktierten, trug das nämlich liebenswerte Züge der untergegangenen DDR: Es bewegte sich nicht viel, aber was fuhr, war pünktlich. Beängstigend. Ich fluchte über jeden ausgefallenen Express, erinnerte mich aber immer an den steinalten Kalauer "Lächele und sei froh, denn es könnte schlimmer kommen". Der Streik war igendwann vorbei, ich lächelte, war froh, und es kam schlimmer. Die DB-Schlusslichttruppe fährt wieder nach "Plan". So viel kann doch wirklich kein Mensch fluchen. Es ist meine feste Überzeugung: Wenn die DB die ostdeutsche Wirtschaft hätte organisieren müssen, wäre die DDR nicht über den ersten Fünfjahresplan gekommen. Was für ein Gedanke. Liebe Freunde von der DB: Schon mal über einen Arbeitsurlaub in Nord-Korea nachgedacht?

Nun bin ich endgültig davon überzeugt, das Bahnhofsareal rund um den chicen Klotz wirklich in "Platz der skurrilen Züge" zu benennen.

Was es mit der Haxe des Bösen auf sich hat, kann ich eventuell in der nächsten Kolumne erklären.

Von Christoph Oppermann

Sie erreichen den Autor unter c.oppermann@goettinger-tageblatt.de und auf Twitter unter @tooppermann

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Der Wochenrückblick vom 26. November bis 2. Dezember 2016