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Medizinprofessor Schöndube predigt im Gottesdienst von St. Johannis

Herzchirurg auf der Kanzel Medizinprofessor Schöndube predigt im Gottesdienst von St. Johannis

Bei der ersten Göttinger Bürgerkanzel in der evangelischen Johanniskirche hat Medizinprofessor Friedrich Schöndube gepredigt. Der Direktor der Herzchirurgie am Göttinger Universitätsklinikum sprach über einen Text aus dem Markusevangelium, in dem es um die Heilung eines Gelähmten geht.

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Quelle: Theodoro da Silva

Göttingen. Der wird durch ein aufgedecktes Dach auf einer Trage zu Jesus ins Haus hinuntergelassen, weil draußen eine große Menschenmenge den Weg versperrt. Doch Jesus, so Schöndube, kümmere sich gar nicht um das vermeintliche Hauptproblem, die Krankheit. Er therapiere vielmehr das, was ihm wichtiger sei: Er vergebe dem Kranken die Sünden, stelle damit eine Gottesnähe und eine neue Lebensperspektive her. Erst als die Schriftgelehrten dies als Anmaßung sehen und murren, lasse Jesus als eine Art Nebenprodukt den Gelähmten aus eigener Kraft laufen. Der Seelenfrieden sei Jesus wichtiger als die körperliche Leistungsfähigkeit und Unversehrtheit.

Die moderne Medizin werde oft nach den gleichen Maßstäben gemessen, wie vor 2000 Jahren, so Schöndube. Es gehe um den augenfälligen Behandlungserfolg, das Wiedererlangen einer Leistungsfähigkeit. Dabei habe sich die moderne Medizin aufgrund ihrer rasanten Fortschritte abgewöhnt, die Grenzen ihres Könnens zu akzeptieren. Bei Patienten wie auch bei Ärzten gerate oft aus dem Fokus, dass Gesundheit nicht allein durch medizinische Behandlung einer Krankheit entstehe. Auch die Weltgesundheitsorganisation definiere Gesundheit nicht allein als Abwesenheit von Krankheit.

Zu Beginn des Gottesdienstes hatte Pastor Gerhard Schridde darauf hingewiesen, dass nach evangelischem Verständnis grundsätzlich jeder Mensch predigen und Sakramente austeilen dürfe. Bei der Bürgerkanzel sollten künftig Menschen sprechen, die aufgrund ihre persönlichen Berufs- und Lebenserfahrung dazu befähigt seien.

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