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Mehr Windkraft für Güntersen

Drei neue Anlagen Mehr Windkraft für Güntersen

In Güntersen sollen neue Windenergieanlagen entstehen. Das bisher im Flächennutzungsplan ausgewiesene Sondergebiet für Windkraftanlagen soll auf mehr als das Vierfache der jetzigen Größe erweitert werden.

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Pläne: neue Flächen für Windenergie.

Quelle: Grafik: mr / Spielmann

Entsprechende Anträge haben die drei Projektentwickler Angela und André Spielmann sowie Henning Timmermann bereits im Mai gestellt. Sollten diese bewilligt werden, wären auf dem Güntenser Ortberg weitere Windkraftanlagen möglich, die bis 180 Meter hoch in den Himmel ragen dürfen.

Doch während das Entwicklertrio für sein Projekt in höchsten Tönen schwärmt, sind die Güntenser skeptisch. Am vergangenen Freitag kamen rund 70 Bürger zu einer von Ortsbürgermeister Helmut Schwer (CDU) organisierten Informationsveranstaltung. Die Meinungen im Saal reichten von absoluter Zustimmung bis zur konsequenten Ablehnung.

Die Pläne, wie sie Angela Spielmann vorstellte, sehen auf der neu ausgewiesenen Fläche – derzeit im Besitz der Familie Timmermann und eines weiteren Eigentümers – drei neue Windräder vor, zusätzlich zu den bereits seit zehn Jahren dort stehenden Anlagen auf benachbarten Grundstücken. Die Windräder könnten dann eine Narbenhöhe von 138 Meter haben plus einer Rotorenlänge von rund 40 Metern. Dabei, so Spielmann, handele es sich um eine Maximalhöhe. „Es ist nicht gesagt, dass die Anlagen tatsächlich so hoch werden.“ Die jetzige Höhe sei aber keinesfalls Stand heutiger Technik. Ebenfalls sähen die Planungen vor, dass die gesetzlich geforderten Abstände von 500 Metern zu Einzelhäusern und 1000 Meter zum Ortskern eingehalten werden.

Teilnehmer an der Informationsveranstaltung fürchten, dass es durch die größeren Anlagen zu erheblichen Lärmbelastungen im Ort kommt. Andere sehen eine Beeinträchtigung des Ortsbildes.
Spielmann widersprach den Aussagen des stellvertretenden Adelebser Gemeindebürgermeisters Kurt Prutschke (SPD). Dieser hatte nach Prüfung der vorgelegten Pläne gegenüber dem Tageblatt von bis zu 18 neuen Windrädern gesprochen (Tageblatt berichtete). „Jede der drei geplanten neuen Anlagen ist in der Stromerzeugung so effizient wie vier der vorhandenen Anlagen“, sagte sie.

Für die Entwickler sprechen drei weitere Gründe für den Ortberg: Nach einer Studie gebe es hier im Landkreis Göttingen die besteWindausbeute, das Ackerland hingegen bringe wenig Erträge. Mit der Ausweitung der Fläche blieben in der Gemeinde Adelebsen die Windenergieanlagen gebündelt an einer Stelle, „Wildwuchs“ wäre ausgeschlossen.

Sollten die politischen Gremien grünes Licht für die Pläne geben, würden die drei Entwickler das Gebiet an einen „Endinvestor“ verkaufen, der dann die Finanzierung der bis zu drei Millionen Euro teuren Windräder übernimmt. „Einen solchen Investor haben wir noch nicht“, stellte Spielmann am Freitag klar. Offen ließ sie, wie viel Geld in die Entwicklung des Gebietes fließt. Für den Ort Güntersen stellte Spielmann bei Bau der Anlagen Ausgleichsmaßnahmen in Aussicht. „Die könnten dann im Einzelnen mit einem Investor verhandelt werden.“

Für Ortsbürgermeister Schwer ist die Sache klar: „180 Meter Höhe? Nicht mit mir“, sagte er. „Man muss bereit sein, Kompromisse zu schließen.“ Diesen wollen sich die drei Investoren, von denen Angela Spielmann aus Güntersen stammt und ihr Bruder Henning Timmermann immer noch dort wohnt, nicht verschließen. „Ich möchte mich in Güntersen schließlich noch blicken lassen. Sollte es vehemente Gegenwehr geben, dann ist das Projekt gestorben.“
Das Thema Windräder für Güntersen steht auf der Tagesordnung des Ortsrates am Dienstag, 26. Oktober.

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