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Mehr als 200 Menschen protestieren gegen Nazis und Burschenschafter in Göttingen

Demonstration Mehr als 200 Menschen protestieren gegen Nazis und Burschenschafter in Göttingen

Mit einem Demonstrationszug vom Alten Rathaus durch das untere Ostviertel, vorbei an etlichen Burschenschaften, haben gut 200 Demonstranten aus dem linken Spektrum gegen nach ihrer Meinung zunehmende Gewalt von Rechts protestiert. Sie erinnerten an verschiedene Übergriffe der vergangenen Wochen und beschimpften auch die sie begleitenden Polizisten als „noch so’n ekliger Männerbund“.

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Bei einer Demonstration vor dem Alten Rathaus haben am Montagabend knapp 150 Teilnehmer des linken Spektrums gegen Gewalt von Neonazis und Burschenschaftlern protestiert.

Quelle: Hinzmann

Göttingen. Dabei zeichneten sich die Ordnungskräfte als ausgesprochen zurückhaltend aus.

Lediglich vor einer Burschenschaft in der Bühlstraße, aus der heraus es jüngst zu Schüssen mit einer Softair-Waffe auf ein linkes Wohnprojekt gekommen war, sowie vor der Burschenschaft Verdensia in der Theaterstraße rückte eine Gruppe der Beweissicherungs- und Festnahmeeinheit zwischen Demonstrationszug und Gebäude.

Dass das nötig war, bewies der schwarze Block am Anfang des Zuges, der sich schwarz gekleidet und mit Sonnenbrillen sowie eingehüllt in Transparente nicht zu erkennen gab. Am Theaterplatz flogen dann auch etliche Farbbeutel aus diesem Block heraus in Richtung Verdensia-Fassade. Außerdem detonierte ein Kanonenschlag.

Argumentativ untermauert wurde der Angriff mit der Darstellung, ein Verdensia-Mitglied habe vor einiger Zeit einen Sprecher der Wohnrauminitiative vom Fahrrad geschubst. Täter konnten zunächst noch nicht ermittelt werden. Es werden laut Polizei Ermittlungsverfahren wegen Sachbeschädigung eingeleitet.

Ansonsten verlief die Demonstration, zu der verschiedene linke Gruppen aufgerufen hatten, friedlich. Immer wieder wurde die Auflösung von Männerbünden wie Burschenschaften aufgerufen. Ausführlich wurde  analysiert, wie politische Orientierungslosigkeit und Angst vor dem Weiblichen verunsicherte Menschen zum Rückzug in Burschenschaften führten, wo sie Halt in einer rechten Ideologie fänden.

Die  Demonstranten boten hingegen ein buntes Bild, in dem Parolen für Feminismus, gegen  Homophobie, gegen Sexismus und  für die Antifa zu finden waren – und immer wieder Sprechchöre, die gleichermaßen Rechte wie Polizei provozieren sollten.

Bei einer Demonstration vor dem Alten Rathaus haben am Montagabend mehr als 200 Teilnehmer des linken Spektrums gegen Gewalt von Neonazis und Burschenschaftlern protestiert. © Hinzmann

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