Volltextsuche über das Angebot:

11 ° / 6 ° Sprühregen

Navigation:
Mehrheit der Rosdorfer Ratspolitiker gegen EAM-Beteiligung

Bürgschaften in Millionenhöhe Mehrheit der Rosdorfer Ratspolitiker gegen EAM-Beteiligung

Zu viele Bedenken: Die Gemeinde Rosdorf will sich nicht am Kasseler Energieversorger EAM beteiligen. Der Rat hat einen Anteilskauf in seiner Sitzung am Montagabend, 13. Oktober, mehrheitlich abgelehnt. Nur drei Vertreter der Grünen und einer der CDU stimmten dafür.

Voriger Artikel
Gladebeck steht vor Neuwahl des Ortsrates
Nächster Artikel
Wolfgang König aus Bishausen liebt das Alte – und bewahrt es in kleinen Museen
Quelle: dpa (Symbolfoto)

Rosdorf. Die Gemeinde hätte für zwei Kredite zwei Bürgschaften über zusammen rund 6,8 Millionen Euro leisten müssen, sagte Kämmerin Ulrike Kaemling. Aus dem Haushalt hätte man 2327 Euro zuzahlen müssen. Das sei verschwindend gering, wenn nicht die Bürgschaften wären.

Die Kredite und Zinsen hätten über etwa 25 Jahre aus Gewinnen der EAM gezahlt werden sollen. Erst dann sei mit Einnahmen für die Gemeinde zu rechnen gewesen – bei einer vermuteten Rendite von acht Prozent wären das jährlich rund 560 000 Euro gewesen. Im schlechtesten Fall, zum Beispiel bei einer Insolvenz, hätte die Gemeinde aber auch auf einem Schuldenberg in Millionenhöhe sitzen bleiben können.

Dieses Risiko war den meisten Ratspolitikern zu groß, so auch Jörg Kunkel (SPD). Die finanziellen Vorteile seien alles andere als sicher. Zudem sei es schwer einzuschätzen, wie sich das Unternehmen und der Energiemarkt entwickeln.

Chancen und Risiken

An diesem Risiko „sind wir schon über den Landkreis beteiligt“, sagte Kunkel. Jörg Winter (CDU) äußerte sich ähnlich. „Für einen kleinen kommunalen Haushalt sind Bürgschaften über 6,8 Millionen Euro eine stolze Summe.“

Dieter Eikenberg (Grüne) zeigte sich „hin- und hergerissen zwischen den Chancen und Risiken“. Gerhard Winter (CDU) sagte, dass er keine Nachhaltigkeit erkennen könne. Martin Fichtler (Grüne) hingegen war einer der wenigen Fürsprecher einer Beteiligung an der EAM. „Die Risiken sind sehr überschaubar. Ich hoffe, dass wir keine Chance vertun und uns in 25 Jahren nicht ärgern.“

Zwölf Landkreise und die Stadt Göttingen wollen 49,9 Prozent der Anteile an der EAM an Städte und Gemeinden abgeben. Sie haben die ehemalige Kasseler Eon Mitte AG – jetzt Energie aus der Mitte (EAM) – dieses Jahr für 617 Millionen Euro komplett übernommen. Durch den Einstieg weiterer Kommunen würde sich die Bürgschaftshöhe für die Alteigentümer verringern.

Voriger Artikel
Nächster Artikel
Mehr zum Artikel
Mehrheit für EAM-Beteiligung

Die kleine Gemeinde Bühren will im kommunalen Boot bleiben und sich auch am Kasseler Energieversorger EAM beteiligen – allerdings unter Vorbehalt. Der Anteilskauf soll nur vollzogen werden, wenn alle anderen Mitgliedsgemeinden der Samtgemeinde Dransfeld auch mitziehen. Das beschloss der Gemeinderat am Donnerstagabend mit vier gegen drei Stimmen.

mehr
Der Wochenrückblick vom 3. bis 9. Dezember 2016