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Meisterfeier nach 32 Jahren

Treffen der ASC-Basketballer Meisterfeier nach 32 Jahren

Die 1980er Jahre waren die wohl bis heute erfolgreichste Phase für den Göttinger Basketball. Der ASC holte in dieser drei deutsche Meisterschaften und zwei Pokaltitel. Etwa 20 Spieler der damaligen Erfolgsmannschaft trafen sich am Wochenende in Göttingen.

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Trainer Terry Schofield signiert das T-Shirt von „Rookie“ Ulli Frank. Betreuer Jürgen Germershausen (Mitte) beobachtet die Szene.

Quelle: Heller

Göttingen. „Ob Vize oder Meister, das ist doch ganz egal, der ASC, der ASC ist immer erste Wahl.“ Aus einem kleinen Lautsprecher plärrt ein 80er-Jahre-Song. Dass nicht jede Zeile zu verstehen ist, liegt an den regelmäßigen Schlachtrufen der Mannschaft. Spielt aber keine Rolle. Die Umstehenden kennen den Text, auch wenn sie ihn seit über 30 Jahren nicht gehört haben. Es ist die offizielle ASC-Fan-Hymne. Birgit Tater hat die Tonband-Kassette daheim gefunden und am Freitag zum Treffen mit den Spielern mitgebracht. „Das war unsere Zeit damals“, erinnert sie sich. Als die Basketballer um Trainer Terry Schofield ihre größten Siege feierten, war sie in der Leichtathletik erfolgreich. Gefeiert wurde gemeinsam – nicht selten bis spät in die Nacht. Wer vor Spielen allzu spät ins Bett ging, musste damit rechnen, vom Trainer persönlich abgeholt zu werden.

Und zwar genau an der Stelle, wo sie jetzt nach 32 Jahren wieder gemeinsam anstoßen. Im „Altdeutschen“ alias „Ade“ in der Prinzenstraße. Rund 300 Spieler, Weggefährten und Fans sind gekommen. „Hier wurde nach den Siegen auf den Tischen getanzt“, erzählt Uschi Vollbrecht, die damals noch auf der anderen Seite der Theke stand. Für sie hatte der Besuch der Basketballer außer der guten Stimmung immer auch einen ganz pragmatischen Vorteil. „Wenn die Jungs da waren, hatte ich immer jemanden, der mir die Flaschen aus den oberen Regalen gegeben hat“, erinnert sie sich lachend.

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32 Jahre nach ihrem letzten Titel feiern die legendären Basketballer des ASC Göttingen eine große Party.

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Das durchschnittliche körperliche Niveau ist auch an diesem Freitagabend wieder deutlich über 1,90 Meter. Wer zur Mannschaft gehört, ist auch für den unbeteiligten Passanten klar erkennbar. „Was ist denn hier los“, fragt eine junge Frau, die versucht, ihr Fahrrad durch die Menge zu schieben. „Keine Ahnung“, sagt ihr Begleiter und ergänzt nach einem Blick in die hochgewachsene Runde: „Muss was mit Basketball zu tun haben.“

Die guten alten Basketball-Zeiten liefern bei der Wiedervereinigung dann auch den besten Gesprächsstoff: „Kannst du dich noch an den Wurf erinnern?“ – „Weißt du noch, das Spiel gegen Leverkusen?“ – „Wie hieß doch gleich der Amerikaner, der damals nach Göttingen kam?“ Doch die Geschichten der ASC-Veteranen, die Initiator Ulli Frank aus dem gesamten Bundesgebiet zusammengetrommelt hat, drehen sich nicht nur um den Sport. „Das war nicht nur auf dem Feld eine Mannschaft“, erzählt Jörg Weitemeier zwischen zwei lautstarken „Deutscher Meister“-Schlachtrufen. Der Zusammenhalt sei auch privat ungewöhnlich gut gewesen. Wie überhaupt das Leben in Göttingen. Die Stadt war im Basketballfieber. Die Spieler gingen als Stars zum Anfassen durch die Straßen, die Godehardhalle war bei Heimspielen immer voll. „Wir hätten damals auch 7000 Karten verkaufen können“, sagt Weitemeier.

Ulli Frank, damals aus den USA als Nachwuchsspieler ins Team gekommen und heute zusammen mit Holger Geschwindner Initiator des Treffens, blickt zufrieden in die Gesichter seiner Kollegen. „Die lachen alle. Die Stimmung ist gut. Dafür hat sich der Aufwand schon gelohnt.“ Und während er extra für das Treffen für alle einen „Meister und Pokalhelden“-Anhänger hat gravieren lassen, hat ein Fan ein besonderes Geschenk für ihn. „Ich habe mein Trikot mit der Nummer 9 aus der Saison von 1983 zurückbekommen“, erzählt er glücklich. Der anerkennende Kommentar seiner Mitspieler: „Kann doch nicht sein, dass das noch passt.“ Die Feier am Freitag dauerte bis nach vier Uhr. Manche Dinge haben sich in den 30 Jahren nicht verändert.

Von Markus Scharf

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