Volltextsuche über das Angebot:

2 ° / -8 ° wolkig

Navigation:
Mensa am Göttinger Wilhelmsplatz für 3,2 Mio. Euro saniert

Zurück zum historischen Vorbild Mensa am Göttinger Wilhelmsplatz für 3,2 Mio. Euro saniert

Die Sanierung der ehemaligen Mensa am Wilhelmsplatz zu einem Tagungszentrum für die Universität schreiten voran. Ende des Jahres soll das Gebäude fertig, Mitte Januar ist in den neuen Räumen die erste Veranstaltung geplant.

Voriger Artikel
Nachspiel zum Göttinger Transplantationsskandal
Nächster Artikel
Groner Straße in Göttingen wird testweise verengt
Quelle: Hinzmann

Göttingen. Derzeit seien täglich 40 bis 50 Handwerker im Gebäude, sagte Architekt Bernhard Gockel. Sie verlegen Estrich, verputzen Wände und gestalten den Eingang am Wilhelmsplatz. Inzwischen haben sie Fenster erneuert und Leitungen verlegt. Malerarbeiten an der Fassade stehen an.

Im Saal, in dem einst Göttingens erstes Theater untergebracht war, ist eine zum Teil mit Blattgold verzierte Stuckdecke offengelegt und restauriert worden. Sie war seit dem Umbau des Gebäudes 1949 unter einer Zwischendecke verborgen. Im östlichen Gebäudetrakt ist die Fassade zum Wilhelmsplatz nach historischem Vorbild gestaltet worden. Verschwunden ist die alte Fensterfront aus den 50er oder 60er Jahren.

Während der Bauarbeiten sei die ursprüngliche Gestalt des um 1820 von Bauunternehmer Christian Friedrich Andreas Rohns errichteten Gebäudes wieder hergestellt worden, sagte Rainer Bolli, Leiter des Uni-Gebäudemanagements. Einbauten seien entfernt worden, so dass wieder „klare Linien“ vorherrschten.

Immer da, wo historisch wertvolle Bausubstanz zum Vorschein kommt, soll diese auch erhalten bleiben. Etwa Bruchsteinmauern, die vermutlich zu dem im 13. Jahrhundert gegründeten Barfüßer-Kloster gehörten. Das geschehe in enger Absprache mit der Denkmalschutzbehörde, sagte Bolli.

Während der Bauarbeiten sind die Arbeiter im Inneren des Gebäudes auf überraschende Funde gestoßen: Neben der Stuckdecke im ehemaligen Kinosaal wurde im ehemaligen Küchenbereich der Mensa ein bislang unbekannter Zugang zum Keller freigelegt. Bei Arbeiten im Hof an der Barfüßerstraße sind weitere Funde ans Tageslicht gekommen, darunter Knochen, Scherben und Mauerreste.

Rund 3,2 Millionen Euro wird der Umbau kosten: 2,3 Millionen Euro veranschlagt die Uni für den Tagungsbereich in der ehemaligen Mensa, 900 000 Euro für die angegliederten Büros. Zusammen sind es rund 1450 Quadratmeter, die saniert werden. Für ehemalige Blue Note im Keller sucht die Uni derzeit einen Pächter für eine gastronomische Nutzung.

©Hinzmann

Zur Bildergalerie
Voriger Artikel
Nächster Artikel
Thema des Tages: Steinträume aus der Toskana