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Menschen mit und ohne Behinderung lesen gemeinsam in Göttingen

Club Menschen mit und ohne Behinderung lesen gemeinsam in Göttingen

Menschen mit und ohne Behinderung treffen sich in ganz Deutschland in Lea-Leseklubs.  Auch in Göttingen gibt es zwei Gruppen. Die Idee ist einfach: Menschen lesen gemeinsam in leichter Sprache – und beweisen ganz nebenbei, wie einfach Inklusion auch in der kulturellen Bildung realisierbar ist.

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Alexander Lückert, Jana Baden, Angelika Franke und Nadine Jakobi (v.l.) hören Florian Kaiser beim Lesen zu.

Quelle: Hinzmann

Göttingen. Die Gruppe im Weltladencafé in der Nikolaistraße liest derzeit „Das Wunder von Bern“. Auf dem Tisch liegen, verstreut zwischen Kaffee und Cola, Fotos von den Hauptfiguren der Geschichte. Die ist aber gerade Nebensache, weil Teilnehmer Florian Kaiser lachend von der letzten Exkursion der Gruppe erzählt. Weit war der Weg nicht: Es ging einfach über die Straße ins „Quick“ – natürlich streng im Dienste der Literatur, denn in dem Buch gibt es auch eine Eckkneipe. Die Teilnehmer des Lea-Leseklubs wollten einfach mal wissen, wie es da so zugeht. Und haben dann herausgefunden, dass die Göttinger Wirtin, ganz wie im Buch, auch Christa heißt.

 
Die Gruppe unternimmt viel gemeinsam, genauso wichtig wie das gemeinsame Lesen des Buchs sind die Gespräche dazwischen. „Es geht nicht nur darum, dass wir uns zum Lesen treffen, sondern auch um den gemeinsamen Austausch“, sagt Nadine Jakobi, die die Göttinger Gruppen im April gegründet hat und seither koordiniert. Sie hat bei einer der Lea-Gründerinnen in Köln Sonderpädagogik studiert und bisher zwei Leseklubs in Göttingen eröffnet: montags von 17 bis 18 Uhr in der Stadtbibliothek Grone und freitags von 16 bis 17.30 Uhr im Weltladencafé. Ein dritter wird in der Stadtbibliothek in Kürze dazukommen.  Das Angebot wird gut angenommen: „Ich fand das Konzept einfach faszinierend“, meint Alexander Lückert. Und so wie ihm geht es vielen. Allerdings mangelt es manchmal an den finanziellen Mitteln, die Mitglieder mit eigenen Büchern auszustatten oder ihnen die Teilnahme an Exkursionen zu ermöglichen.

 
Derzeit gibt es rund 30 Leseklubs in Deutschland, die unter dem Dach des Vereins Kubus organisiert sind. Die Idee kommt aus den USA, wo die Leseklubs     „Next Chapter Book Clubs“ heißen – mehr als 200 gibt es in den Vereinigten Staaten bereits. Lesen können müssen die Teilnehmer hier wie dort nicht. jro

 
Wer mit Sach- oder Geldspenden helfen möchte oder Interesse an der Teilnahme hat, erhält weitere Informationen bei lea-goettingen@web.de, auf facebook.com/leagoettingen und unter Telefon 01 51 / 15 87 65 79.

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