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„Mentor Göttingen“ hilft beim Lesenlernen

Unterstützung für Kinder „Mentor Göttingen“ hilft beim Lesenlernen

Der Verein „Mentor Göttingen – die Leselernhelfer“ unterstützt Kinder beim Lesenlernen. In Grundschulen üben Ehrenamtliche einmal in der Woche mit einem Kind. Der 2008 in Göttingen gegründete Verein entstand, wie viele andere bundesweit, nach dem Vorbild des Vereins in Hannover.

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Zweitklässlerin Havise freut sich regelmäßig auf die Lesestunde mit ihrer Mentorin Gudrun Rogier.

Quelle: Heller

Göttingen. Die Zweitklässlerin Havise sitzt mit ihrer Mentorin Gudrun Rogier an einem Tisch in der Bibliothek der Lohbergschule und liest laut vor. Nach jedem beendeten Satz lächelt sie ihre Mentorin an. „Ich freu mich auf unsere Lesestunde, ich mag lesen“, sagt Havise. Ihre Mentorin lobt sie: „Wir lesen seit einem Jahr zusammen, und sie hat große Fortschritte gemacht“, sagt Rogier.

 

Neun Mentoren sind an der Lohbergschule tätig und betreuen dort ein bis zwei Kinder. Viele weitere stehen auf der Warteliste. „Der Bedarf übersteigt die Möglichkeiten der Mentoren“, sagt Kathrin Gautel, Lehrerin an der Lohbergschule und Fachleiterin für Deutsch, „Wir legen viel Wert auf die Leseförderung in unserer Schule. Das Mentorenverhältnis ist nur ein kleiner Teil davon. Aber die Mentoren sind eine sehr große Entlastung.“ Die Klassen seien sehr heterogen, sodass sie Hilfe bräuchten, um den Schülern die Förderung zukommen zu lassen, die nicht täglich geleistet werden könne.

 

Während des Vormittags werden die Schüler nach Absprache mit den Lehrern aus dem Unterricht genommen. „Wir geben aber keine Nachhilfe. Wir sind unabhängig vom Unterricht. Uns ist es wichtig, das Interesse am Lesen zu wecken“, sagt Ingrid Michel, Gründungsmitglied des Vereins. „Das ist auch kein reines Lesetraining, es sind die Zuwendung und die Aufmerksamkeit, die viel für die Seele der Kinder tut“, sagt Gautel.

 
In acht Göttinger Grundschulen ist der Verein tätig. Jedes Jahr soll eine neue Schule dazu kommen. Zurzeit sind 56 Mentoren für zirka 100 Kinder zuständig. „Ein Mentor betreut ein Kind mindestens für ein Jahr, je nach Entwicklung des Kindes“, sagt Michel. Die meisten der Mentoren sind pensioniert, es sind aber auch einige Studenten dabei. Für Rogiers war damals, als sie noch Lehrerin war, schon klar: „Ich werde Lesementorin, wenn ich pensioniert bin, denn Lesen ist die Grundlage für alles“. Auch Gautel sagt: „Ich kann mir gut vorstellen, später so aktiv zu werden.“

 
Wer Interesse an einer Mentorenposition hat, meldet sich unter Telefon 05 51 / 79 31 03 oder per E-Mail. Weitere Informationen sind im Internet erhältlich.

Von Kira Gilster

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