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Messerstecher aus dem Lager Friedland schwer belastet

Viereinhalb Jahre Knast oder Freispruch? Messerstecher aus dem Lager Friedland schwer belastet

Die Flüchtlingsunterkunft in Osterode, die Filmstar Til Schweiger unterstützen will, kann nach Angaben von Bürgermeister Klaus Becker frühestens Ende 2015 ihre Pforten öffnen. „Es kann noch nicht gebaut werden“, sagte Becker (parteilos) am Dienstag in Osterode.

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Quelle: dpa (Symbolfoto)

Göttingen/Friedland. Der Vorwurf versuchten Totschlags ist vom Tisch. Dennoch droht einem 28 Jahre alten Asylbewerber aus Pakistan, der im November 2014 einem Landsmann im Streit ein Messer ins Herz stach, eine mehrjährige Haftstrafe. Nur sein Verteidiger hält die Vorwürfe für nicht erwiesen und beantragt Freispruch. Die Bluttat ereignete sich in der Küche des Hauses neun im Grenzdurchgangslager Friedland.

Zwei andere Asylbewerber, darunter das spätere Opfer, sollen gekocht haben und dabei auch Lebensmittel aus dem gemeinsam bewohnten Zimmer benutzt haben, die dem Angeklagten gehörten. Als der das entdeckte, habe sich Streit entwickelt. Die Anklage wirft dem Mann versuchten Totschlag vor, weil er im Streit ein Filetier-Messer ergriffen und den Landsmann mit drei Stichen, darunter eines in die Herzgegend, lebensgefährlich verletzt habe.

Der Angeklagte hatte behauptet, nicht er, sondern ein weiterer Landsmann, Bekannter des Opfers, habe zugestochen. Er selbst, will nur als Schlichter eingegriffen haben. Dass er beschuldigt werde, sei ein Komplott. Und dass er drei Schnittwunden an beiden Händen aufwies, sieht die Verteidigung als Indiz dafür, dass dies eher Abwehrverletzungen eines Schlichters seien. Jedenfalls hätte sich ein Angreifer nicht so verletzt.

Die Staatsnwältin glaubt dennoch, die Anklage habe sich aus den Aussagen verschiedener Zeugen bestätigt. Insbesondere die Aussage eines neutralen Zeugen, der den Angeklagten als Messerstecher beschreib und der auch gesehen haben will, wie dieser das Messer später abgewaschen habe, belasten den 28-Jährigen schwer. Die Anklagevertreterin beantragte am Dienstag viereinhalb Jahre Haft. Nur ein Tötungsvorsatz habe sich nicht beweisen lasen, deshalb nur gefährliche Körperverletzung.

Der Verteidiger hingegen verwies auf die zahlreichen Widersprüche in den Aussagen. Besonders das Opfer, das nur durch eine Notoperation überlebt hat, habe nachweislich mehrfach falsch ausgesagt. Das Urteil wird am Freitag nächster Woche gesprochen.

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