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Mieten in Göttingen steigen um fünf Prozent

Neue Untersuchung Mieten in Göttingen steigen um fünf Prozent

Die Mieten in Göttingen sind im vergangenen Jahr um knapp fünf Prozent gestiegen. Zu diesem Ergebnis kommt eine Untersuchung des Diplom-Geografen Michael Mießner vom Geografischen Institut der Universität Göttingen. Seit 2013 sind die Mieten in der Stadt um knapp 16 Prozent gestiegen.

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Quelle: dpa (Symbolbild)

Göttingen. Durchschnittlich lag 2015 die Nettokaltmiete für den Quadratmeter bei 9,32 Euro. Die höchsten Mieten werden in der Nordstadt verlangt: 12,05 Euro kostet dort der Quadratmeter. In Weende lag die Durchschnittsmiete bei 10,02 Euro.
„Hohe Mieten werden damit nach wie vor insbesondere in Stadtteilen mit einem hohen Anteil an Studierenden erzielt“, sagte Mießner. Der hohe Studierendenanteil mache Göttingen für Investoren interessant. Durch die Studierenden gebe es durch häufige Umzüge eine hohe Fluktuationsrate. Bei jedem neuen Einzug könnten Vermieter ganz einfach die Miete erhöhen, argumentierte Mießner am Montag bei einem Vortrag im besetzten, ehemaligen DGB-Haus. Staffelmietverträge oder Sanierungen seien andere Mittel der Vermieter, die Wohnungsmieten zu erhöhen.

 
Mießner und sein Team hatten in Juni und Juli die Daten für die Untersuchung erhoben. Danach zogen 2015 vor allem die Mieten in Grone und Geismar mit einem Plus von zwölf beziehungsweise sechs Prozent „überdurchschnittlich stark“ an. In Weende stieg die Durchschnittsmiete um drei Prozent. In diesen drei Stadtteilen sei seit 2013 die höchste Steigerung zu verzeichnen, sagte Mießner. Er erwartet vor allem für Grone weitere Mietsteigerungen. Hier sei der durchschnittliche Mietpreis mit 7,50 Euro im gesamtstädtischen Vergleich immer noch unterdurchschnittlich.

 
In den vergangenen Jahren seien überregionale Investoren in Göttingen aktiv geworden, die Finanzmarktkapital auf den Wohnungsmarkt leiteten. Mießner nannte hier etwa die Westgrund aus Berlin oder die Investa aus München.
„In Göttingen gibt es quasi keinen Leerstand. Dieser liegt unter einem Prozent“, sagte Mießner. Damit werde bezahlbarer, insbesondere für sozial benachteiligte Gruppe erschwinglicher Wohnraum immer knapper. Auch hätten Sozialhilfeempfänger kaum eine Chance, sich auf dem Wohnungsmarkt durchzusetzen. Sie würden in „extrem kleine“ Wohnungen mit überhöhten Preisen in den Westen der Stadt gedrängt. „Dennoch könnten in diesen Wohnungen Mietpreise von zum Teil 12,50 Euro pro Quadratmeter erzielt werden.“ Indem das Sozialamt diese Mieten bezahle, subventioniere der Staat die Vermieter, sagte Mießner. Diese Art der Verdrängung habe durch die vielen Geflüchtenen in der Stadt zugenommen.

 

Von Michael Brakemeier und Kira Gilster

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