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Mieten in Göttingen steigen weiter

Untersuchung zur Preisentwicklung von 2013 bis 2014 Mieten in Göttingen steigen weiter

Die Mietpreise in Göttingen sind im vergangenen Jahr „überdurchschnittlich gestiegen“. Vor allem dort, wo der Anteil der Studierenden hoch ist. Zu diesem Ergebnis kommen Studenten eines Forschungsseminars am Geographischen Institut unter Leitung von Michael Mießner.

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Untersuchung zur Preisentwicklung von 2013 bis 2014: Mieten in Göttingen steigen weiter. Zum Vergrößern klicken.

Quelle: mlr/pto

Göttingen. Innerhalb eines Jahres, von 2013 auf 2014, sei die durchschnittliche Kaltmiete im Stadtgebiet von 8,01 Euro auf 8,88 Euro pro Quadratmeter geklettert.

Spitzenwerte erreichen die Nordstadt und die Innenstadt mit 11,61 beziehungsweise 10,35 Euro. Mießner betont, dass sich die Göttinger Mieten dennoch nicht „so dramatisch“ entwickelten wie in anderen deutschen Großstädten. Wohl aber sei der prozentuale Anstieg, der in Göttingen im vergangenen Jahr bei 10,86 Prozent lag, überdurchschnittlich im deutschlandweiten Vergleich. Das gelte für viele Hochschulstandorte.

Nach den Seminarergebnissen liegen die Steigerungen in der Innenstadt und bei bestimmten Wohnungstypen weitaus höher: So hätten sich die Mieten etwa für Ein-Zimmer-Wohnungen innerhalb des vergangenen Jahres um knapp 24,8 Prozent erhöht, die für Vier-Zimmer-Wohnungen gar um mehr als 32 Prozent.

In ihrer Auswertung von Mietangeboten im Göttinger Tageblatt und Immobilienportalen im Internet sowie Daten des städtischen Fachbereiches Wahlen und Statistik weisen die Studierenden nach, dass dort, wo viele Studenten leben, die Mieten am höchsten gestiegen sind.

Erhöhte Nachfrage bei Studenten

Als Grund sehen Mießner und die Studenten die hohe Fluktuation in diesen Stadtteilen. So hätten Vermieter hier durch häufige Mieterwechsel öfter die Möglichkeit, die Mieten zu erhöhen. Gleichzeitig gebe es für die Innenstadt und uninahe Stadtteile eine erhöhte Nachfrage bei Studenten. Dieses nutzten die Vermieter aus. Zudem seien Studenten durchaus bereit, die hohen Mieten in diesen Vierteln zu zahlen, ihre Ansprüche an Wohnungen seien gestiegen.

Wegen dieser „Mietpreissteigerungen durch Studierendenfluktuation“ und die Konzentration der Vermieter auf „gut betuchtes Klientel“ ergibt sich eine weitere Entwicklung, die die Seminarergebnisse aufzeigen: In den Bezirken mit hoher Studentenzahl geht die Zahl von Familien, Senioren und Sozialleistungsempfängern zurück.

Diese seien in den Studentenvierteln „stark unterrepräsentiert“, erläutert Seminarteilnehmer Tjark Albrecht. Sie würden vornehmlich in die westlichen Stadtteile verdrängt. Damit geht einher, so Albrecht weiter, dass es „in den richtigen, campusnahen Lagen“ an Bauplätzen fehlt. Neubauprojekte für Studenten rentierten sich für Investoren nicht, da sie „nur in B- Lagen umsetzbar“ seien. Bei rückläufigen Studierendenzahlen ließen sie sich nicht mehr vermieten.

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