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Milchviehhalter bangen erneut um ihre Existenz

Preiskampf Milchviehhalter bangen erneut um ihre Existenz

Der Milchpreis sinkt immer weiter. Bauern bekommen teilweise nur noch 20 Cent pro Liter. Viele Milchviehhalter sehen sich in ihrer Existenz bedroht. Milchbauern starten am Donnerstag, 16. April, mit einem Aktionstag und demonstrieren vor Molkereien.

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Preisverfall für Milch: Für den Jühnder Landwirt Volkmar Syring lohnt sich Melken kaum noch.

Quelle: Peter Heller

„Die Milcherzeuger sehen nicht länger tatenlos zu, wie ihre Betriebe durch einen historisch niedrigen Milchpreis nach und nach zugrunde gehen“, sagt Christian Thiele vom Bundesverband Deutscher Milchviehhalter (BDM). „Wir bekommen weniger als die Hälfte als noch vor anderthalb Jahren“, beklagt der Ascher Landwirt .

Die Nordmilch zahlte im vergangenen Monat noch 22 Cent an die Bauern. Eine Molkerei bei Hamburg will nur noch 18 Cent zahlen. „Wir können nicht auf Dauer Geld verbrennen“, erklärt Thiele die prekäre Lage.

Der BDM forderte vor einem Jahr einen zumindest kostendeckenden Preis von 43 Cent je Liter und organisierte einen mehrwöchigen Milchlieferstopp. Rund ein Drittel der Milchbauern aus der Region beteiligte sich damals.. Für höhere Preise wollen die Milchviehhalter heute auf einem bundesweiten Aktionstag erneut mobil machen. An diesem Donnerstag wollen die Milcherzeuger vor den Molkereien demonstrieren und sie zur Zusammenarbeit auffordern, kündigte der Bundesverband an. Der Landvolkverband will am 19. April in der Innenstadt von Hannover demonstrieren und Milch verschenken. 

Der Deutsche Bauernverband erklärte, dass angesichts des Milchpreis-Sturzes die Milchproduktion in der EU deutlich zurückgehe. Vom Milchpreis, den die Verbraucher im Supermarkt bezahlten, bekämen die Bauern weniger als die Hälfte. Der Bauernverband fordert als schnelle Hilfe zinsverbilligte Darlehen. Außerdem sollten die für den Herbst und Winter vorgesehenen EU-Direktzahlungen schon zum 1. Juli vorgezogen werden. Damit ließe sich der Liquiditätsengpass deutlich entspannen. Die Existenz vieler Betriebe sei durch den Rückgang der Erzeugerpreise auf teilweise historische Tiefstände akut gefährdet. Derzeit erhalten die meisten der rund 100000 deutschen Milchbauern pro Liter Milch zwischen  20 und 25 Cent. 

Der BDM fordert mindestens 40 Cent, um wenigstens kostendeckend arbeiten zu können. Insbesondere kritisiert der BDM die  Ausweitung der EU-Milchquote mit dem beschlossenen Ziel, die Quote 2015 ganz abzuschaffen. Der Milchviehhalterverband fordert eine schnelle Lösung und einen europäischen Krisengipfel. Sonst drohe spätestens im kommenden Jahr Tausenden Betrieben das Aus.

                                                                                                                    Von Gerald Kräft

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