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Milde Strafe dank Geständnis

Zwei Jahre und drei Monate Haft Milde Strafe dank Geständnis

Wegen Vergewaltigung einer Zechkumpanin ist ein 35-jähriger Mann am Freitag zu zwei Jahren und drei Monaten Haft verurteilt worden. Das Urteil fiel milde aus, weil der Mann geständig war.

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Quelle: dpa (Symbolfoto)

Göttingen. Wie sein Opfer stammt der Täter aus Polen. Nachdem sie in Göttingen gestrandet waren, landeten sie in der Nacht zum 23. November im Vorraum der Deutschen Bank in der Zindelstraße. Dort soll der Mann die mit mehr als drei Promille schwer alkoholisierte Frau innerhalb von 40 Minuten gleich zweimal vergewaltigt und körperlich misshandelt haben. Erst als Bankkunden den Vorraum betraten, habe er von der Frau abgelassen.

Die Verhandlung gestaltete sich schwierig, weil das Opfer, das zunächst bei der Polizei wirre und widersprüchliche Aussagen gemacht hatte, als Zeugin nicht mehr greifbar war. Nachforschungen in Warschau und Berlin, unter anderem bei den dortigen Bahnhofsmissionen, blieben erfolglos. Allerdings hatte eine Überwachungskamera der Bank das Geschehen im Vorraum aufgezeichnet.

Aber auch die Aufnahmen des gut 40-minütigen Videos gaben kein absolut klares Bild über den Zustand der Frau. Den Geschlechtsverkehr räumte der Mann, der zurzeit wegen einer anderen Sache in Haft sitzt, ein – nicht aber, dass er die hilflose Lage der Stadtstreicherin ausgenutzt habe. So sei auch auf den Video-Aufnahmen erkennbar, dass die Frau nach der ersten Tat aus einer Weintüte trank und sich dabei durchaus koordiniert verhielt. Auch zeige das Video, dass sie dem Mann nach der Tat keine Vorwürfe gemacht habe.

Vor der Verhandlung am Freitagmorgen verständigten sich Staatsanwaltschaft, Verteidigung und Gericht schließlich auf eine Lösung für die schwierige Aufgabe einer ausführlichen Beweiserhebung. Dem klaren Geständnis des Angeklagten sollte eine vergleichsweise milde Strafe folgen.

So kam es denn auch. Den übereinstimmenden Anträgen von Staatsanwaltschaft und Verteidigung auf eine Strafe von zwei Jahren und drei Monaten Halft fogte das Gericht.

In seinem Schlusswort erklärte der 35-Jährige sein Bedeauern über die Tat. Der Wunsch des alkoholkranken Mannes nach einer Einweisung in eine Entziehungsanstalt konnte jedoch nicht entsprochen werden. Der Pole spricht kein Wort deutsch, eine Therapie in Deutschland wäre somit sinnlos, so das Gericht.

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