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Mildes Urteil nach Bankrott

Bauunternehmer muss 50000 Euro zahlen Mildes Urteil nach Bankrott

Ein früher in Göttingen stadtbekannter Bau- und Immobilienunternehmer ist in einem Verfahren wegen Bankrotts mit einem blauen Auge davongekommen. Statt eines Urteils gab es am Donnerstag vor dem Amtsgericht eine Einstellung des Verfahrens gegen die Zahlung einer Geldbuße in Höhe von 50000 Euro.

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Quelle: dpa (Symbolbild)

Göttingen. Der heute 77-Jährige hatte in den Jahren 2005 bis 2008 während seines Insolvenzverfahrens verschwiegen, dass er sich bei seiner Ehefrau, nominell Chefin seiner Ex-Firma Göttinger Hausverwaltung, hatte anstellen lassen und dafür kräftig kassiert hatte. Insgesamt kamen dabei gut 100000 Euro zusammen. Außerdem verfügte er über eine Kreditkarte mit einem Kontostand von etwa 136000 Euro.

Alle diese Einkünfte hätte er dem Insolvenzverwalter mitteilen müssen. Das aber tat er nicht und entzog diese Mittel somit dem rechtmäßigen Zugriff durch seine Gläubiger. Die Folge: eine Anklage wegen Bankrotts, die bereits im Jahre 2011 fix und fertig, das heißt auch zugelassen durch das Amtsgericht Göttingen, vorlag.

Doch erst jetzt kam es zur Verhandlung. Ein Glücksfall für den Angeklagten: Die lange Verzögerung, aber auch das Alter des Angeklagten und die Feststellung, dass die Taten teils mehr als zehn Jahre zurückliegen, förderten auch bei Staatsanwaltschaft und Richterin die Bereitschaft, gegen die Zahlung einer angemessenen Summe das Verfahren einzustellen. Nach so langer Zeit, dagte der Anwalt des Unternehmers, sei eine Verurteilung „nicht mehr zumutbar“. Wenn überhaupt, sei ohnehin nur eine Strafe „im ganz unteren Bereich“ vorstellbar.

Den Schaden selbst, erklärte das Gericht nach einem entsprechenden Hinterzimmer-Gespräch, habe der Angeklagte zudem längst wiedergutgemacht. Außerdem sei der Mann nicht vorbestraft.

Zwar ist der Bauunternehmer, der zu seinen besten Zeiten bundesweit ein finanzielles Rad in der Größenordnung von 100 Millionen Mark drehte, in seinem Insolvenzverfahren mittlerweile von seiner Restschuld befreit, aber: Das Insolvenzverfahren als solches ist noch nicht abgeschlossen. Vor einem endgültigen Schluss warten noch andere undurchsichtige Vorgänge auf Aufklärung.

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