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Gute Technik, Ausdauer und Physikkenntnisse

Minigolf-Turnier für Jedermann Gute Technik, Ausdauer und Physikkenntnisse

Niere, Blitz, Vulkan und Röhre: nur vier von insgesamt 18 Bahnen, an denen die Teilnehmer des „Minigolfturniers für Jedermann“ auf der Schillerwiesen-Anlage ihr Können beweisen konnten. Die Hobby-Spieler wurden dabei von Mitgliedern des Miniatur-Golfsport-Clubs Göttingen (MGC) angeleitet.

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Quelle: dpa (Symbolbild)

Göttingen. „Genau dort“, sagt Lars Hasse und zeigt auf die Stelle, an der der Ball die Bande treffen muss, um den rechten Winkel in der gleichnamigen Bahn zu überwinden und ins Loch zu rollen. Tobias Hettenhausen nimmt sich Zeit, zielt und trifft die Stelle fast, aber eben nur fast: Der Ball überwindet den Winkel, aber er rollt nicht ins Loch, der 21-Jährige benötigt einen weiteren Schlag.

„Was es bringt, von einem Könner angeleitet zu werden, ist unglaublich“

21 Männer und  Jungen sowie 17 Frauen und Mädchen spielten jeweils zwei Runden an 18 Bahnen, die bessere Runde wurde gewertet. Dabei stand ihnen immer ein MGC-Mitglied zur Seite und erläuterte unter anderem, wie man beim Schlag stehen sollte, wie hart der Ball an den einzelnen Bahnen zu schlagen und wie ein Hindernis am besten zu überwinden ist.

„Was es bringt, von einem Könner angeleitet zu werden, ist unglaublich“, staunt Michael Heipe (56), der für die bessere seiner zwei Runden 34,5 Schläge benötigte.  „Ja, das ist so“, bestätigt MGC-Vorsitzender Andreas von dem Knesebeck: Pro Runde brauche ein Laie durchschnittlich zehn bis 15 Schläge weniger, wenn ein Profi dabei ist und Tipps gibt. Aber die Profis gaben nicht nur Tipps.

An einer Bahn nach Wahl durfte jeder Hobby-Spieler einen Joker ziehen, das heißt, einen Experten für sich einspringen lassen. An der „Niere“, wo er beim besten Willen nicht traf, nahm Dieter Heinemann die Künste von Steven Böttcher in Anspruch – und der brauchte gerade mal einen Versuch. Gut für Heinemann – mit 29,5 Schlägen belegte er im Endklassement Platz zwei. Das „Komma 5“ kam übrigens dadurch zustande, dass den Spielern ein weiterer Joker zur Verfügung stand: Sie durften an einer Bahn ihre Schlagzahl durch zwei teilen.

Eine Initiative des Deutschen Minigolfsport Verbands

Das Turnier in Göttingen war eines von vielen, die auf Initiative des Deutschen Minigolfsport Verbands bundesweit am gleichen Tag ausgerichtet wurden. Ziel war es, neue Spieler anzulocken – Minigolf hat mit gewissen Nachwuchsproblemen zu kämpfen.

An einem noch nicht feststehen Datum im Frühjahr 2017 soll ein Bundesturnier stattfinden, an dem die drei Bestplatzierten jedes Einzelturniers teilnehmen dürfen. In Göttingen belegte Luca Lanwerth mit 27,5 Schlägen Platz eins, Dieter Heinemann wurde mit 29,5 Schlägen Zweiter, Peter Vogt mit 33,5 Schlägen Dritter. „Wenn Sie beim Bundesturnier mitspielen wollen, werden wir Sie selbstverständlich vorher trainieren“, kündigte von dem Knesebeck an.

Minigolf-Regeln

Beim Minigolf kommt es auf Technik an, aber auch auf Ausdauer – die wird benötigt, um bei den Turnieren, die in der Regel viele Stunden dauern, die Konzentration zu wahren.  Auch ein gewisses Verständnis von Physik schadet nicht – es hilft, den Lauf der Bälle zu berechnen.

Auch die echten Könner benötigen nur einen einzigen Schläger, dafür besitzen sie jedoch mehrere hundert Bälle, die verschieden groß und schwer sind sowie unterschiedliche Oberflächen aufweisen. Vor dem Gebrauch werden die Bälle lange in der Hosentasche oder im Hosenbund getragen, um sie zu wärmen und dadurch besser spielbar zu machen.

Es gibt hierzulande circa 2000 Minigolfanlagen und 275 Vereine. Deutschland ist eine der erfolgreichsten Minigolfnationen und stellt viele Spieler der Weltspitze.  

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Der Wochenrückblick vom 3. bis 9. Dezember 2016