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Ministerin korrigiert Bewertungsmaßstab

Nach massiven Beschwerden über das Mathe-Abitur Ministerin korrigiert Bewertungsmaßstab

Viele Abiturienten können aufatmen: Nach massiven Beschwerden über die Prüfungsaufgaben im Fach Mathematik lässt Kultusministerin Frauke Heiligenstadt (SPD) den Bewertungsmaßstab anpassen. Das bestätigte am Mittwoch eine Sprecherin des Ministeriums.

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Selbst Mathe-Asse stöhnten über zu wenig Zeit, unverständliche Aufgaben und Themen, die vorher nicht behandelt worden seien.

Quelle: dpa (Symbolbild)

Göttingen. Die Aufgaben in den vier- und sechsstündigen Klausuren Ende April hatten etliche Abiturienten geschockt – und verunsichert. Selbst Mathe-Asse stöhnten über zu wenig Zeit, unverständliche Aufgaben und Themen, die vorher nicht behandelt worden seien. „Das war super schwer, ich bin mit keiner Aufgabe fertig geworden“, beklagte eine Schülerin vom Göttinger Otto-Hahn-Gymnasium. Bisher hätten ihre Noten immer im obersten Bereich gelegen, „aber das reißt mich bestimmt runter“.

Ein Auszug aus der aktuellen Matheprüfung.

Quelle: r

Schulleiter bestätigen solche Klagen – auch von Mathelehrern. Fast 100 Beschwerden aus ganz Niedersachsen seien bei ihm eingegangen, so Wolfgang Schimpf, Leiter des Göttinger Max-Planck-Gymnasiums und Vorsitzender der Niedersächsischen Direktorenvereinigung. Die Urteile seien kritisch bis empört - er habe sie an das Kultusministerium weiter geleitet. An der Georg-Christoph-Lichtenberg-Gesamtschule hätten die Schüler im Schnitt 2,5 Punkte schlechter geschrieben, bilanzierte ihr Leiter Wolfgang Vogelsaenger – dabei liegt der Abi-Schnitt der IGS-Schüler seit Jahren im Spitzenbereich. „Die Aufgaben wurden von Lehrerseite als schwierig eingestuft“, drückte Schulleiterin Heidrun Korsch vom Grotefend-Gymnasium es vorsichtiger aus.

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Den Auszug der Aufgaben aus dem Mathematik-Abitur können Sie hier als PDF herunterladen:

Einige Aufgaben seien so missverständlich formuliert, dass gestandene Mathelehrer die Zielrichtung nur schwer erkannt hätten, heißt es an einer weiteren Schule. Es habe zudem Aufgaben gegeben, die nicht dem Kerncurriculum entsprächen. Hinzu komme eine psychologische Komponente: Die erste Aufgabe sei so schwer gewesen, dass auch sichere Schüler ins Straucheln geraten seien. Üblich sei eine leichtere Einstiegs-Aufgabe, die motivieren solle.

Die Aufgaben seien von einer Fachkommission erstellt und von erfahren Pädagogen „nachgerechnet“ worden, versicherte eine Sprecherin des Kultusministeriums. Zugleich bestätigte sie den Eingang zahlreicher Beschwerden. Inzwischen habe eine erneute Überprüfung ergeben: „Die Aufgaben waren anspruchsvoll aber leistbar. Sie entsprechen den Vorgaben des Kerncurriculums. Möglicherweise war die Aufgabendichte für die vorgegebene Zeit etwas zu hoch.“ Daraus solle den Schülern kein Nachteil entstehen. Fazit: Der Bewertungsmaßstab werde angepasst. Details dazu würden noch festgelegt.

Das Mathe-Abitur:

Im Fach Mathematik werden im Abitur Aufgaben für einen hilfsmittelfreien Teil und für einen umfangreicheren Prüfungsteil mit Hilfsmitteln (Taschenrechner, Formelsammlung) gestellt. Je nach Anforderungsniveau (grundlegend oder erhöht) haben die Schülerinnen und Schüler dafür insgesamt 220 und 300 Minuten Zeit. Zusätzlich haben sie eine Auswahlzeit von 30 Minuten. Der hilfsmittelfreie Teil umfasste 5 Aufgaben, von denen 4 gemeinsam mit sechs weiteren Bundesländern von einer ländergemeinsamen Expertengruppe erstellt wurden. Der (größere) Aufgabenteil mit Hilfsmitteln ist länderspezifisch. Quelle: Kultusministerium

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