Volltextsuche über das Angebot:

1 ° / -6 ° wolkig

Navigation:
Ministeriumserlass schreibt Untersuchung zur Vogelgrippe vor

Das Gespenst der Vogelgrippe Ministeriumserlass schreibt Untersuchung zur Vogelgrippe vor

Nach dem Ausbruch der Geflügelpest durch den Virus H5N8 in Mecklenburg-Vorpommern und der Anordnung des Bundeslandwirtschaftsministeriums, dass Enten und Gänse vor einem Transport über Land untersucht werden müssen, werden bundesweit Geflügelausstellungen abgesagt.

Voriger Artikel
Friedland: Warten auf weiches Wasser
Nächster Artikel
Göttinger Lichtverschmutzung

Enten, freifliegend. Ihre domestizierten Artgenossen müssen vor einem Transport zu Ausstellungen auf Geflügelpest untersucht werden.

Quelle: dpa

Northeim/Niestetal/Göttingen. So auch in Niestetal: Dort fällt die für das Wochenende, 10. und 11. Januar, geplante Ausstellung des Vereins für Park- und Ziergeflügel von 1990 aus.  

Nach einer ministeriellen Eilverordnung, die in schönstem Behördendeutsch „Geflügelverbringungsbeschränkungsverordnung“ heißt, dürfen Enten und Gänse nur von einem Ort zu einem anderen transportiert werden, wenn sie vorher negativ auf den Virus getestet wurden.

Sollen weniger als 60 Vögel transportiert werden, müssten in der Woche zuvor alle Tiere, ansonsten nach einer Stichprobenregelung 60 Vögel einer Sendung tierärztlich untersucht werden, fasst der Landkreis Northeim in einer Pressemitteilung zusammen. Betroffen seien von dieser Regelung nicht nur Vögel, die zur Schlachtung gebracht würden, sondern auch Ausstellungstiere. Die Verordnung gelte bis Ende März.

Was immerhin wahrscheinlich ausreicht, dem Rassegeflügelzuchtverein (RGZV) Grone zu ermöglichen, seine alljährlich Kükenschau am Karfreitag in Elliehausen ohne Konzeptänderung zu planen. „Ansonsten können wir, wenn das Veterinäramt die Veranstaltung nicht genehmigt, diesmal keine Enten ausstellen“, sagt der Vereinsvorsitzende Siegfried Machemehl.

„Wir mussten die Ausstellung absagen“

Schlimmer trifft es den Verein für Park- und Ziergeflügel in Niestetal. Dort sollte an diesem Wochenende Geflügel präsentiert werden – 186 Tierpaare, neben Fasanen, kleinen Wachteln und besonderen Tauben auch Enten- und Gänsearten. „Wir mussten die Ausstellung absagen“, berichtet Regina Ullrich, Schriftführerin und Kassenwartin des Vereins.

Dabei hätten sie und ihr Ehemann, der Vereinsvorsitzende Werner Ullrich, schon im Oktober mit den Vorbereitungen begonnen und Ausstellerzusagen nicht nur aus der Region, sondern von Mittelhessen bis Nordrhein-Westfalen erhalten. Am 17. Dezember habe das Veterinäramt die Genehmigung erteilt, „und dann kreiste plötzlich das Gespenst der Vogelgrippe über uns“.

„Wir wollten während der Ausstellung auch unser 25-jähriges Bestehen feiern“, sagt Ullrich traurig. Nun entfalle beides, Tierschau und Jubiläumsfest, wegen des bundesweiten Untersuchungsgebots. Solche Tests könnten sich die Züchter zumeist nicht leisten, „und wir würden sie unseren Tieren auch gar nicht zumuten“, sagt Regina Ullrich. Denn wenn nur ein einziges Trägertier gefunden werde, müsse der gesamte Bestand gekeult – getötet – werden.

Voriger Artikel
Nächster Artikel
Schauspieler-Casting im Göttinger „Kauf Park“