Volltextsuche über das Angebot:

4 ° / -4 ° wolkig

Navigation:
Missbrauch: 59-Jähriger aus Moringen freigesprochen

Psychiatrisches Gutachten macht Verurteilung unmöglich Missbrauch: 59-Jähriger aus Moringen freigesprochen

Das Landgericht Göttingen hat am Montag einen 59-jährigen Mann aus Moringen (Kreis Northeim), der sich dort wegen sexuellen Missbrauchs von Kindern und exhibitionistischer Handlungen verantworten musste, frei gesprochen.

Voriger Artikel
Nach Namenswechsel rumort es in linker Szene in Göttingen
Nächster Artikel
Institut für Demokratieforschung stellt Buch "Das gekränkte Gänseliesel" vor
Quelle: dpa (Symbolbild)

Göttingen/Moringen. Das Gericht sah es zwar als erwiesen an, dass der Angeklagte im September vergangenen Jahres zweimal in Moringen in aller Öffentlichkeit vor Kindern unter 14 Jahren sexuelle Handlungen an sich vorgenommen hatte. Diese rechtswidrigen Taten seien keineswegs als Lappalie einzustufen, sagte der Vorsitzende Richter Michael Kalde. Einem psychiatrischen Gutachten zufolge sei jedoch nicht auszuschließen, dass der 59-Jährige aufgrund einer krankhaften seelischen Störung steuerungs- und schuldunfähig gewesen sei. Deshalb könne er nicht verurteilt werden.

Auch eine Unterbringung in einem psychiatrischen Krankenhaus komme nicht in Betracht, sagte der Richter. Es bestehe zwar die Gefahr, dass der 59-Jährige auch in Zukunft derartige Taten begehen werde. Nach der Rechtsprechung des Bundesgerichtshofes seien diese jedoch nicht als so erheblich einzustufen, dass dies eine zeitlich unbegrenzte Unterbringung rechtfertigen würde. Laut dem psychiatrischen Gutachten seien von dem Angeklagten, der im Rollstuhl sitzt, keine schwerwiegenderen Taten zu erwarten. Der 59-Jährige hatte die Vorwürfe vor Gericht eingeräumt. Sowohl die Staatsanwaltschaft als auch die Verteidigung hatten ebenfalls auf Freispruch plädiert.

Von Heidi Niemann

Voriger Artikel
Nächster Artikel
Der Wochenrückblick vom 26. November bis 2. Dezember 2016