Volltextsuche über das Angebot:

20 ° / 13 ° Regenschauer

Navigation:
Mit 88 Jahren, da fängt das Malen an

Marieluise Erckenbrecht Mit 88 Jahren, da fängt das Malen an

Unter uns leben viele interessante Menschen. Mit 88 Jahren, da fängt das Malen an, so zumindest bei Marieluise Erckenbrecht. Im hohen Alter hat die Wahl-Göttingerin Farbe und Pinsel für sich entdeckt und mittlerweile etliche kleine Kunstwerke verfertigt.

Voriger Artikel
Geisterjagd in Eichenberger Industriehalle
Nächster Artikel
Schnelle Hilfe für kranke Kuscheltiere

Mit ihren Lieblingsbildern: Marieluise Erckenbrecht.

Quelle: Vetter

Den kleinen Tisch in ihrem Zimmer des Seniorenwohnheims Alt-Bethlehem hat Marieluise Erckenbrecht für sich als Schreibtisch hergerichtet. Briefe, Tagebuch und Gedichte schreibe sie dort. „Nur singen kann ich nicht“, erzählt die kleine Frau, die sich noch gut an ihre Schulzeit erinnert. Mitsingen sollte sie im Chor nicht.

In Stöven bei Stettin wuchs Marieluise Erckenbrecht auf. Von ihrem Hof dort musste sie 1945 fliehen. Weil die Eltern ihres Mannes in Heidelberg wohnten, verschlug es sie über Umwege dorthin. Nach Göttingen, in die Nähe von zweien ihrer vier Kinder, seien sie gekommen, als ihr Mann in Pension ging. Er starb vor 15 Jahren. Nach einer schweren Zeit der Trauer entdeckte die Witwe ihre Kreativität und begann zu schreiben. Keine Kochbücher wie ihre Tochter Irmela Erckenbrecht aus Angerstein, sondern Gedichte. Zwei Bände hat sie bereits veröffentlicht. 

Motive aus Polen

Zum Malen kam die 88-Jährige über Katarzyna Wielinska. Die Malerin aus Polen gab in Alt-Bethlehem einen Malkurs. Vier Teilnehmerinnen zählte dieser, und sie sei übrig geblieben, erklärt die Hobby-Malerin Erckenbrecht. Immer freitags werde sie in der Bibliothek von Wielinska angeleitet. 

Und weil ihre Lehrerin aus Polen kommt, finden sich viele Motive aus ihrer Heimat in den Bildern von Marieluise Erckenbrecht wieder: kleine Häuser mit bunten Blumen im Vorgarten, eine pommersche Kirche, eine Kuh am Wassergraben, die sie in einem Bildband mit Impressionen aus Polen gefunden hat. Ihre handlichen Aquarelle malt sie von Vorlagen ab. Keine Sorge hat sie, dass die Motive ihr ausgehen: „Ich finde immer etwas“, meint sie.

Von Ute Lawrenz

Voriger Artikel
Nächster Artikel
Mehr aus Göttingen
Martin Sonneborn in Göttingen

Martin Sonneborn in Göttingen - Antrag zur Namensänderung von Göttingen