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Mit Blumentopf und Haushaltsschere

Tat im Rausch Mit Blumentopf und Haushaltsschere

Wegen versuchten Totschlags steht seit Montag eine 41-jährige Frau vor dem Landgericht. Sie soll in einer Göttinger Studenten-Wohngemeinschaft einen Mitbewohner unter anderem mit einer Schere angegriffen haben, so die Anklage.

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Quelle: dpa (Symbolfoto)

Göttingen. Die 41-Jährige ist angeklagt, dem Mann am Tag vor Heiligabend 2013 in der Studenten-Wohngemeinschaft frühmorgens urplötzlich einen Schlag gegen den Kopf versetzt zu haben. Danach habe die kleine, aber kräftige Frau den Mann heftig gebissen und sich mit Rufen wie „Ja, du sollst sterben“ auf ihn geworfen. Auch soll sie einen Blumentopf nach ihm geschleudert haben. Ob sie ihn, wie die Anklage ausführt, auch mit einer Haushaltsschere angriff, bezweifelt ihr Anwalt Patrick Riebe.

Nach der Tat kam zudem heraus, dass die 41-Jährige bei der Tat am frühen Morgen Alkohol und eine satte Dosis Amphetamine intus hatte. Mehrere Polizisten und ein Rettungssanitäter sagten aus, dass die Frau wie von Sinnen gewesen sei. Sie habe sich nur unter großem Personaleinsatz von ihrem Opfer wegreißen lassen. Mehrfach habe sie gerufen, in ihr oder in dem Mann stecke eine Mitbewohnerin, „die heraus muss“, und „der Teufel kommt“. Später habe sie behauptet, die Polizei habe die Mitbewohnerin „aufgefressen“.

Die Rettungskräfte hatten nach eigener Aussage erhebliche Mühe, die tobende Frau unter Kontrolle zu bringen. Nachdem sie von dem Opfer weggerissen werden konnte, habe sie versucht, sich über das Treppengeländer sechs Meter in die Tiefe zu stürzen. Das sei außerdem extrem gefährlich gewesen, weil das Treppengeländer in dem Altbau bereits ziemlich morsch gewesen sei.

Der psychiatrische Gutachter führte die Tat und deren Begleitumstände auf den Alkohol- und vor allem den Drogenkonsum zurück. Dies habe einen Wahnzustand mit Halluzinationen ausgelöst. Jedwede Einsichtsfähigkeit in ihr Tun sei in diesem Moment aufgehoben gewesen. Es habe sich um eine „Tat im Rausch“ gehandelt. Außerhalb dessen sei die Angeklagte zurechnungsfähig, von ihr gehe keine Gefahr aus. So habe es nach der Tat keine Auffälligkeiten mehr gegeben, ihren Drogenkonsum habe die 41-Jährige aufgegeben.

Das Opfer des plötzlichen Überfalls, ein israelischer Staatsbürger arabischer Herkunft, sagte als Hauptzeuge allerdings nicht aus. Nach Angabe der Angeklagten, ihres Anwalts und eigener Angaben auf Facebook hält er sich derzeit in Syrien auf.

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