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Mit Schallwellen wird der Göttinger Untergrund untersucht

Es wird laut Mit Schallwellen wird der Göttinger Untergrund untersucht

Es ist ein Projekt, das es so in Göttingen noch nie gegeben hat. Mit Schallwellen will die Universität in den nächsten Tagen den Göttinger Untergrund untersuchen lassen.

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Bald in Göttingen unterwegs:  Vibrations- Fahrzeug

Quelle: ef

Göttingen. Damit soll geklärt werden, inwieweit Erdwärme künftig bei der Energieversorgung der Uni und Universitätsmedizin Göttingen (UMG) eine Rolle spielen könnte. Denn die Kosten für den Energieverbrauch beider  Einrichtungen betragen rund 30 Millionen Euro pro Jahr. Am Dienstagabend gab es dazu eine Infoveranstaltung. Die wichtigsten Fragen und Antworten.

  • Warum wird gemessen?

Nach Angaben von Dr. Bernd Leiss vom geowissenschaftlichen Zentrum der Uni ist bislang wenig über den Göttinger Untergrund bekannt. Mit den Messungen will man nun herausfinden, welche Gesteinsstrukturen im Untergrund vorkommen. Erst dann weiß man, ob sich die Nutzung von Erdwärme lohnen würde.

  • Wo wird gemessen?

Es gibt zwei Messlinien von jeweils zehn Kilometern Länge. Die erste verläuft von Lenglern über Lutteranger und Grüner Weg, vorbei am Klinikum über Von-Siebold-Straße, Kreuzbergring, Ewaldstraße und weiter bis zur Sternwarte. Die zweite Messlinie beginnt südlich von Herberhausen, verläuft durch das Ostviertel über den Nikolausberger Weg am Finanzamt und der Sparkassenarena vorbei über den Egelsberg und das Groner Industriegebiet bis Elliehausen.

  • Wie wird gemessen?

26 Tonnen schwere Lastwagen erzeugen mit speziellen Vibratoren Schallwellen, die an der Grenze unterschiedlicher Gesteinsschichten reflektiert werden. Geophone, eine Art Mikrofon, messen die Laufzeiten der Wellen bis zum Erreichen der Oberfläche. Damit kann die Struktur des Untergrundes bis zu einer Tiefe von 5000 Metern sichtbar gemacht werden. Dieses Verfahren wurde vor mehr als 100 Jahren von Ludger Mintrop, einem Schüler Emil Wiecherts, in Göttingen entwickelt (Mintrop-Kugel).

  • Welche Auswirkungen haben die Messungen?

Ein Messtrupp besteht aus drei bis vier Vibrator- und zwei bis drei Begleitfahrzeugen. Es kann zu Verkehrsbehinderungen kommen. Alle 25 bis 50 Meter ist ein Messpunkt, an dem die Vibrationsfahrzeuge jeweils etwa zehn Sekunden lang Schallwellen erzeugen, Das ist nach Angaben von Leiss etwa so laut wie ein Presslufthammer. Die Schwingungen sind vergleichbar mit denen, die Schwerlastverkehr verursacht. Nach Angaben der Uni geht von den Messungen keine Gefahr für Menschen oder Gebäude aus.  

  • Wann geht es los?

Die Vorbereitungen für die Messungen beginnen an diesem Mittwoch. Die Messungen mit den schweren Vibrationsfahrzeugen starten voraussichtlich am kommenden Montag. Die Messtrupps sind dann etwa zehn Tage lang entlang der Messlinien unterwegs – und zwar immer nur auf Straßen.

  • Wer misst?

Die Universitätsenergie Göttingen GmbH, eine Tochtergesellschaft von Uni und UMG, ist Auftraggeber. Sie lässt die Messungen auf Grundlage eines Konzeptes des geowissenschaftlichen Zentrums von der Firma Geophysik GGD GmbH aus Leipzig und der Tesla Exploration Ltd. aus Kanada ausführen. Die Messungen kosten rund 300 000 Euro und werden von der Uni getragen. Eine Genehmigung der Behörden liegt vor.

  • Was passiert nach den Messungen?

Die Daten werden in den nächsten Monaten ausgewertet und dann der Öffentlichkeit präsentiert. Frühestens in sieben bis acht Jahren könnte dann mit Erdwärmebohrungen begonnen werden.

  • Was ist Erdwärme?

Erdwärme, auch Geothermie genannt, ist eine regenerative Energiequelle aus der Erde, mit der Gebäude geheizt oder gekühlt werden können. Vorteil: Sie kann das ganze Jahr über rund um die Uhr witterungsunabhängig genutzt werden. Zudem besitzt die Uni bereits ein eigenes Heizkraftwerk und Fernwärmenetz.

Die genauen Messlinien
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