Volltextsuche über das Angebot:

19 ° / 9 ° wolkig

Navigation:
Mit blutigen Schienbeinen als Erster im Ziel

Stromschläge und Feuer Mit blutigen Schienbeinen als Erster im Ziel

Stacheldraht, Feuer, eisiges Wasser und sogar Stromschläge: All das musste Knut Höhler überwinden, ehe er als Erster die Ziellinie überquerte beim legendären „Tough Guy 2011“ (übersetzt etwa harter Kerl) in England.

Voriger Artikel
Rastplatz-Boom an der A 7, Verbalschläge zum Wahlkampf
Nächster Artikel
Hehlerei: Wirt muss 800 Euro zahlen

Vom Feuer ins Wasser: Knut Höhler siegt als erster Ausländer beim Tough Guy 2011.

Quelle: Rob Howard

Bei dem Crosslauf, der als einer der härtesten der Welt gilt, siegte der 27-jährige Göttinger am vergangenen Sonntag in einer Zeit von 1,11 Stunden – und das als erster Ausländer überhaupt. Dementsprechend stolz ist Höhler auf seinen Erfolg.

Für den Sieg aber musste der Extremsportler, der unter anderem schon dreimal den „Fisherman’s Friend StrongmanRun“ gewann, im wahrsten Sinne des Wortes bluten. Denn die Wasserhindernisse, die er auf dem erbarmungslosen Parcours wie alle anderen 5000 Starter auch durchqueren musste, waren allesamt zugefroren. „Eis ist doch sehr scharfkantig“, sagt Höhler. Während des Laufs habe er wegen der Kälte nicht viel gespürt, nur gemerkt, wie das Blut seine Beine hinunterlief. „Erst im Ziel habe ich gesehen, wie krass das aussieht“, erinnert sich der Vater eines siebenjährigen Sohnes.

Doch es gab noch eine härtere Prüfung, die er bestehen musste. „Das, was mich am meisten geschockt hat, waren die Stromschläge, während ich durch eine dunkle Röhre kriechen musste“, sagt Höhler. „Ich dachte erst, mich hätte jemand mit einem Stein beworfen.“ Wirklich schlimme Verletzungen habe er aber nicht erlitten, sagt Höhler. „Das ist schon extrem, aber ich gehe keine Risiken ein“, sagt der 27-Jährige. „Schließlich bin ich Vater.“

Zurück in Göttingen musste er dennoch erst mal seine Wunden pflegen. „Junge, muss das denn sein“, hätten seine Eltern gesagt, und auch seine Freundin sei nicht eben begeistert gewesen. Dennoch seien sie stolz auf ihn, sagt Höhler, der beim ASC Göttingen mit dem Laufen begann. Das allein sei ihm aber auf Dauer zu langweilig, sagt der Göttinger. „Ich mache eben gerne mal was Abenteuerliches, was Spaß macht, wo man Kind sein kann.“

Daher will er im nächsten Jahr auch unbedingt seinen Titel verteidigen. Zuvor aber wird er sich bei der TV-Sendung „Schlag den Raab“ bewerben. „Das würde ich gerne mal machen“, sagt der Tough Guy 2011. Stefan Raab sollte sich schon mal warm anziehen.

Voriger Artikel
Nächster Artikel
Bilder der Woche vom 16. bis 22. September 2017