Volltextsuche über das Angebot:

20 ° / 13 ° Regenschauer

Navigation:
Mit dem Rad ins Reich der Märchen und Sagen

Rundkurs von Duderstadt zur Quelle und zur Sulbergswarte Mit dem Rad ins Reich der Märchen und Sagen

Einst liebte die schöne Rhuma den jungen Riesen Romar, geheim, denn Rhumas mächtiger Vater hätte einer Verbindung mit einem Abkömmling aus der verfeindeten Burg am Römerstein niemals zugestimmt. So wütete er und tobte, als er Rhuma mit ihrem Liebsten sah – und einem neugeborenen Knaben auf dem Arm.

Voriger Artikel
Sofja Kovalevskaja Preisträgerin 2010 forscht am European Neuroscience Institute Göttingen (ENI-G)
Nächster Artikel
Drei Teams beim Landeswettbewerb dabei

Tief im Grün verbirgt sich das Geheimnis der Quelle: Hier soll Rhuma aufgetaucht sein.

Quelle: Blank

Der Vater verbannte die Tochter in eine Höhle und ließ sie von Berggeistern scharf bewachen. Doch ihr gelang die Flucht. Als Wasserstrom erreichte sie das Tageslicht an einer Quelle, die bis heute den Namen Rhumequelle trägt.

Blickt man auf das tiefe Grün der Quelle, ist noch immer ein Hauch des Mysteriums zu spüren, das sich um die Rhumequelle in Rhumspringe rankt. Bei Sonnenschein scheinen die hellen Strahlen märchenhaft glitzernd durch das Laub der Bäume, die die Karstquelle umgeben. Genießen lässt sich dieser Blick auch als Teil einer 34 Kilometer langen Radwanderung durch die Natur.

Der Rundkurs startet in Duderstadt. Die Strecke durch den „Leeren“, am Naturerlebnispfad und dem „Grünen Klassenzimmer“ der St.-Ursula-Schule vorbei, führt auf überwiegend befestigten Wegen vorbei an Wäldern und Feldern. Wer schon hier einmal absteigt, findet an einem kleinen Teich erste Info-Stationen über Tiere und Pflanzen, die in diesem Naherholungsgebiet leben.

In ausführlicher Form können sich naturinteressierte Radfahrer nach einem leichten Anstieg im Wald – rund 100 Höhenmeter sind auf den ersten vier Kilometern zu bewältigen – informieren. Im Natur-Erlebniszentrum auf Gut Herbigshagen können Besucher im Stall, dem Bienenhaus, dem Fledermaushaus oder am Wildgehege die Natur hautnah erleben.

Am Bundsenberg, mit 319 Metern die höchste Erhebung des nördlichen Eichsfeldes, vorbei, führt die Strecke über eine kurze Steigung zur Roten Warte und nach Fuhrbach. Der Radweg verläuft parallel zum Grünen Band, dem Naturschutzprojekt auf dem ehemaligen innerdeutschen Grenzstreifen auf leicht abfallender Strecke. Über mehr als zwölf Kilometer ist ein leichtes Fahren möglich, lediglich leichte Erhebungen müssen auf dem Weg am Soolbach vorbei durch Brochthausen bewältigt werden.

Dennoch lohnt sich eine Rast: Von einer Plattform am ehemaligen Grenzübersichtspunkt Brochthausen/Zwinge aus ergibt sich bei schönem Wetter ein weiter Blick auf den Harz.

Über den Radfernweg 5 geht es weiter nach Rhumspringe und zur sagenumwobenen Quelle. Von hier aus ist auch ein Abstecher zu König Heinrichs Vogelherd möglich, dem Ort, an dem Heinrich der Überlieferung nach im Jahre 919 von seiner Wahl zum ersten deutschen König erfahren haben soll. Über Lütgenhausen und Rüdershausen führt die noch immer leicht abfallende Strecke bis zur größten Hürde des 34 Kilometer langen Weges: Waakeberg und Kuhhirtsberg haben es in sich. Der Höhenunterschied zwischen Rüdershausen und dem Hübental, dem Forsthaus auf der Spitze des Berges, beträgt rund 120 Höhenmeter. Mit einer entsprechend schönen Aussicht werden Wanderer und Radfahrer belohnt, haben sie den Berg erfolgreich erklommen. Solch extreme Steigungen stehen im weiteren Verlauf der Strecke nicht mehr bevor. Eine abwechslungsreiche Rückfahrt ist möglich, befestigte Straßen führen von Breitenberg nach Mingerode. Eingerahmt von Feldern verläuft ein Großteil der Strecke jenseits der Straße. Ist Mingerode durchquert, steht die Rückfahrt nach Duderstadt an. Auch hier kann sich ein kleiner Abstecher lohnen. Folgt man nicht dem ausgewiesenen Weg, sondern durchquert Mingerode und nutzt den Wirtschaftsweg, der parallel zur Straße nach Duderstadt führt, kann die Sulbergswarte besichtigt werden. Der Turm der alten Stadtbefestigung ist aus der Ferne an seinem roten Dach zu erkennen.

Zurück nach Duderstadt führen nun zwei Wege von Mingerode aus: Entweder fährt man vom Ortsmittelpunkt aus durch die Feldmark über Westerode in die Stadt oder von der Sulbergwarte direkt an der Straße entlang. In Duderstadt warten dann schon die nächsten Sagen und Märchen darauf, erkundet zu werden. Folgt man der Beschilderung zur Innenstadt, blickt man beispielsweise auf eines der Wahrzeichen der Stadt, den Westerturm. Und bei dessen Bau soll der Teufel persönlich die Finger im Spiel gehabt haben.

Die Route führt über die ausgewiesene Rundtour 60 und Teilstrecken der Touren 46 und 62. Varianten und Erweiterungen sind beispielsweise über Nummer 64 möglich. Der Streckenverlauf ist im Faltblatt „Zur Nixe Rhuma an die Rhumequelle“ eingezeichnet. Es ist in der Gästeinformation der Stadt Duderstadt im Rathaus, Marktstraße 66, erhältlich und steht im Internet zum Download zur Verfügung.

Infos im Internet.

Von Nadine Eckermann

Voriger Artikel
Nächster Artikel
Mehr zum Artikel
Heimatfest im August
Blick auf den Quelltopf: Die Rhumequelle liegt auf der Grenze der Landkreise Göttingen und Osterode und gehört zu den ergiebigsten Karstquellen Mitteleuropas.

Alle zwei Jahre im Sommer eines ungeraden Jahres stellen sich die Einwohner von Rhumspringe diese Frage: Wer taucht als neue Nixe Rhuma auf? Am Sonntag, 25. August, soll das Geheimnis gelüftet werden. Beim Heimatfest wird die Nachfolgerin als Symbolfigur des Ortes vorgestellt.

mehr
Mehr aus Göttingen
Martin Sonneborn in Göttingen

Martin Sonneborn in Göttingen - Antrag zur Namensänderung von Göttingen