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Mit den letzten Tropfen Diesel an die Tankstelle

Spritspar-Wette Mit den letzten Tropfen Diesel an die Tankstelle

Mit nur einer Tankfüllung von Spanien nach Göttingen? „Unmöglich“, sagte Rennfahrer-Legende Hans-Joachim Stuck. „Ich schaff’s“, meinte Spritspar-Rekordfahrer Gerhard Plattner. Gestern schlug die Stunde der Wahrheit an der Aral-Tankstelle Leifheit in der Weender Landstraße.

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Ende einer Zitterpartie:  Gerhard Plattner hat es bis zur Göttinger Zapfsäule geschafft.

Quelle: Hinzmann

Dienstag, 28. April, gegen 10.30 Uhr: Nach 1562 Kilometern rollt der weiße Seat Ibiza Ecomotive vor die Diesel-Zapfsäule der Aral-Station Leifheit an der Weender Landstraße. 45 Liter fasst der Seat-Tank. Nun schauen Stuck und Plattner gebannt auf den Zähler. Der bleibt schließlich bei 45,53 Litern stehen. Wie das? Die Antwort: Ein guter halber Liter passt ins Füllrohr. Das bedeutet aber auch: Noch ein paar Kilometer weiter, und das Auto wäre stehengeblieben. Plattner: „Ich wusste, das wird eine Zitterpartie. Bis zur Autobahn-Abfahrt Göttingen war ich noch ganz ruhig, aber während der langen Fahrt durch Göttingen wurde mir ganz schön mulmig.“ 

Mit verplombtem Tank war Plattner am Montagmorgen in Martorell, Sitz des Seat-Stammwerks in Spanien, gestartet. Zunächst hatte Stuck gewettet, dass Plattner die 1345 Kilometer bis nach Frankfurt nicht schaffen würde. „Zu leicht“, sagte Plattner: „Nach Göttingen müsste ich es eigentlich schaffen.“

Nach 19 Stunden Nettofahrzeit und 77,6 Stundenkilometern Durchschnittsgeschwindigkeit war klar: Stuck hatte seine Wette verloren. Das Erfolgsgeheimnis Plattners: Die gesamte Fahrt genau planen und nichts dem Zufall überlassen. Daher hatte Plattner die Strecke zuvor in entgegengesetzter Richtung befahren und sich alles genau angesehen.

2,91 Liter im Durchschnitt

Der Erfolg: ein Durchschnittsverbrauch von 2,91 Liter pro 100 Kilometer, und das mit einem ausgewachsenen Fünftürer. Für den Ibiza Ecomotive gibt Seat einen Normverbrauch von 3,7 Litern an – und die von der Automobilindustrie ermittelten Standardverbräuche sind stark geschönt, wie erst kürzlich bekannt wurde. 

Umgehend räumte Stuck seine angesichts der früheren Sparrekorde Plattners nicht ganz unerwartete Niederlage ein und erfüllte sein Wettversprechen gleich an der Tankstelle – eine Handwäsche des staubbedeckten Seats. Siegessicher hatte Plattner Eimer und Schwamm mitgebracht, „obwohl ich ja eigentlich Gewicht sparen musste“. Hätte Plattner verloren, hätte er den Stuck’schen Fuhrpark waschen müssen – drei Oldtimer und zwei Gebrauchsfahrzeuge, und alle per Handwäsche. Plattners Spar-Tipps:

• Das Auto immer schön rollen lassen.

• Vorausschauend und gleichmäßig fahren.

• So wenig bremsen wie nur irgend möglich.

• An rote Ampeln ohne Gas rollen.

• Dort den Motor ausmachen, wenn man länger als 20 Sekunden warten muss.

• Kein unnützes Gewicht im Auto, kein Dachgepäckträger, wenn man ihn nicht braucht.

• Möglichst früh in den nächsthöheren Gang schalten. 

• Nach Möglichkeit Klimaanlage nicht  benutzen.

• Leichten Überdruck auf die Reifen geben

• Leichtere Gefällstrecken im Leerlauf rollen, stärkere mit eingelegtem Gang, weil dann die Schubabschaltung den Verbrauch auf Null sinken  lässt.

Von Matthias Heinzel

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