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„Mit dieser Skepsis habe ich nicht gerechnet“

Bürgerbus-Linie „Mit dieser Skepsis habe ich nicht gerechnet“

Viel Skepsis hat ein Expertenvortrag zum Thema Einrichtung eines Bürgerbusses zwischen Kauf Park und Dransfeld ausgelöst. Die Bürger äußerten vor allem Bedenken, dass das ehrenamtlich betriebene Projekt mittelfristig den öffentlichen Nahverkehr auf der Stecke ersetzen soll.

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Quelle: dpa (Symbolbild)

Groß Ellershausen. Darum geht es: Die Stadt Göttingen und die Göttinger Verkehrsbetriebe (GöVB) wollen auf der Strecke Kauf Park – Hetjershausen – Am Winterberg – Knutbühren – Ossenfeld – Dransfeld und zurück (da würde die Fahrt über Groß Ellershausen führen) einen von Ehrenamtlichen gefahrenen Bürgerbus einrichten.

Zehnmal in der Woche

Dieser soll das Linientaxi, das bis nach Knutbühren fährt, ergänzen, sowie eine Verbindung nach Ossenfeld schaffen, das bislang nicht vom öffentlichen Personen-Nahverkehr angefahren wird. Der Bürgerbus soll zehnmal in der Woche fahren, von Montag bis Freitag jeweils von 9 bis 12 Uhr und von 15 bis 18 Uhr. Es handelt sich um ein barrierefreies Diesel- oder Elektro-Fahrzeug mit Platz für acht Personen, das vom Land und von der Stadt finanziert werden soll. Betreiber soll ein noch zu gründender Verein sein.

Bei vielen der 20 im Sporthaus anwesenden Bürger stieß die Idee auf Skepsis. Die am häufigsten genannte Befürchtung: Die GöVB werden, so wie sich der Bürgerbus etabliert habe, die Beförderung auf der Strecke möglicherweise einstellen und sie allein dem Verein überlassen. 

Voraussetzungen für Fahrer

Für die Fahrer von Bürgerbussen gelten folgende Voraussetzungen:

  • Mindestalter 21 Jahre
  • Seit mindestens zwei Jahren Inhaber des EU-Führerscheins Klasse B (frühere Klasse 3)
  • Bestehen einer ärztlichen und einer augenärztlichen Untersuchung
  • Vorlage eines Führungszeugnisses
  • Vorlage eines Auszugs aus dem Verkehrszentralregister, wobei minder schwere Verstöße nicht zur Disqualifikation führen, jedoch Vergehen wie Trunkenheit am Steuer oder Fahrerflucht

Der Vortragende Gerhard Löcker zeigte sich ziemlich überrascht: „Mit dieser Skepsis habe ich nicht gerechnet“, betonte der frühere Leiter des Öffentlichen Personen Nahverkehrs in Hameln, der als freier Berater für flexible ÖPNV-Systeme im Auftrag von Stadt und GöVB die Einrichtung des Bürgerbusses plant. Die GöVB könne sich nicht zurückziehen, so der Diplom-Ingenieur, als Konzessionär sei sie für die Beförderung weiterhin zuständig, völlig unabhängig von der Existenz eines Vereins. Der Bus sei schließlich nur als Ergänzung, nicht als Ersatz geplant.

Unbedingt mehr Schichten

Der Verein und seine Mitglieder trügen auch keinerlei Risiko, der Bus würde rechtlich im Namen der GöVB laufen. Auf den Einwurf, dass es schwierig werden könnte, genug ehrenamtliche Fahrer zu finden, erwiderte Löcker, dass bisherige Erfahrungen das Gegenteil zeigen: „Viele wollen unbedingt mehrere Schichten fahren.“

Am Dienstag, 9. August, soll es – wahrscheinlich wieder im Sporthaus – eine erneute Versammlung geben, auf der es zur Gründung eines Vereins kommen soll. Die Aufnahme des Fahrbetriebs kann frühestens im Frühjahr 2017 erfolgen. „Ich kann Ihnen garantieren: Das jetzige Angebot wird durch den Bürgerbus nur besser“, sagte Löcker. In Niedersachsen gibt es 52 Bürgerbusse, in der Bundesrepublik rund 300.

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