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Mitarbeiter von Göttinger Behörden häufig Ziel von Beleidigungen

Steigender Aggressionspegel Mitarbeiter von Göttinger Behörden häufig Ziel von Beleidigungen

Der Deutsche Beamtenbund schlägt Alarm: Die Zahl der Angriffe auf Mitarbeiter des öffentlichen Dienstes steige weiter an. Auch Behörden in Göttingen registrieren diesen Trend, zum Beispiel die Stadt Göttingen, wie Pressesprecher Detlef Johannson bestätigt.

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Sorgt für Sicherheit im Eingangsbereich der Göttinger Arbeitsagentur: Wachmann Günter Pietz.

Quelle: Pförtner

Göttingen. Diese Einschätzung teilt auch Sabine Banaschak, Vorsitzende des Personalrats der Stadtverwaltung: „Ein steigender Aggressionspegel bei Bürgern ist auch bei der Stadt Göttingen erkennbar und zieht sich durch verschiedene Aufgabenbereiche.“

„Beleidigungen, Gewaltandrohungen und aggressives Verhalten erleben wir leider immer wieder“, sagt Johannson. Beschimpft zu werden, zähle für einige Kollegen, zum Beispiel vom Verkehrsaußendienst, zum Arbeitsalltag. Monatlich gebe es dort mindestens einen Strafantrag wegen Beleidigung oder Nötigung. Betroffen seien darüber hinaus vornehmlich der Fachbereich Soziales und das Gesundheitsamt.

Die Stadt ergreift unterschiedliche Maßnahmen, um ihre Mitarbeiter zu schützen. „Die Notfalltaste ist in den kritischen Bereichen Standard, um sofort Kollegen alarmieren zu können“, erklärt Johannson. Notfalls werde vorübergehend ein Sicherheitsdienst eingesetzt.

„Das Rathaus ist für die Bürger da und muss zugänglich sein“

Auch Hausverbote werden erteilt, in diesem Jahr bislang drei. All dies geschehe nicht nur, um die Sicherheit der Mitarbeiter zu erhöhen, sondern auch die der Besucher, sagt Johannson. Für die Mitarbeiter biete die Stadt zudem regelmäßig Deeskalationsseminare und Selbstverteidigungskurse an.

Das reiche der Personalvertretung zufolge aber nicht aus, sagt Banaschak. Viele Mitarbeiter fühlten sich nicht ausreichend geschützt. Das größte potenzielle Risiko stelle „das offene Haus mit diversen Zugangsmöglichkeiten und extrem langen Öffnungszeiten dar“. Das Neue Rathaus zu verbarrikadieren, halte er allerdings für äußerst problematisch, sagt Johannson. „Das Rathaus ist für die Bürger da und muss zugänglich sein.“

Nicht jeden Tag „Rabatz“

Auch Mitarbeiter der Göttinger Arbeitsagentur haben mit Menschen zu tun, die ihnen gegenüber „sehr aggressiv werden“, sagt Pressesprecherin Christine Gudd. Das habe in den vergangenen Jahren gefühlt leicht zugenommen, auch wenn es nicht jeden Tag „Rabatz“ gebe.

Betroffen von Aggressionen seien alle Abteilungen, besonders häufig Mitarbeiter in der Eingangszone. „Das liegt sicherlich daran, dass die Kollegen in diesem Bereich oftmals die erste Anlaufstation sind.“

Eine der vielen Sicherheitsmaßnahmen laut Gudd ist ein internes Notrufsystem. Zudem würden Bedrohungen der Mitarbeiter konsequent zur Anzeige gebracht und Hausverbote ausgesprochen. „Außerdem haben wir in Göttingen einen Wachdienst im Eingangsbereich beschäftigt.“ Der überwache nicht nur den Einlass von Kunden „außerhalb der freien Öffnungszeiten“. Er sei im Anmeldebereich auch nah am Geschehen und könne bei Problemen schnell die Polizei zu rufen.

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