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Mitarbeiterin des Sozialamtes Göttingen erschwindelt rund 4300 Euro

Nur einen von fünf Helfern überführt Mitarbeiterin des Sozialamtes Göttingen erschwindelt rund 4300 Euro

Die Täterin ist überführt, ihre Helfer sind auf Videofilmen zu sehen. Doch nur einer der Helfer konnte identifiziert werden. Er steht demnächst mit vor dem Schöffengericht, wenn sich eine 23 Jahre alte ehemalige Mitarbeiterin des Sozialamtes Göttingen wegen Untreue zu verantworten hat. Sie hat 4247,13 Euro Sozialhilfe erschwindelt.

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(Symbolbild)

Quelle: dpa

Göttingen. Am 11. August hat die Staatsanwaltschaft Göttingen die Frau angeklagt. Voraussichtlich im November verhandelt das Schöffengericht. Angeklagt sind fünf Fälle der Untreue, bei denen jeweils zwischen 487 und mehr als 1350 Euro von den Helfern der Mitarbeiterin unberechtigt vom Konto der Stadtkasse abgehoben wurden.

Dazu soll die 23-Jährige laut Anklage jeweils Sozialhilfeleistungen von Hilfeempfängern, die die diese gar nicht beantragt hatten, zur Auszahlung gebracht haben. Das geschah so, dass die Summen jeweils auf einer Geldkarte gutgeschrieben wurde, mit der die Betroffenen den jeweiligen Betrag an einem Geldautomaten im Rathaus abheben konnten.Die aufgeladenen Geldkarten werden nach dem Auszahlungsvorgang jeweils vom Automaten einbehalten und wiederverwendet.

Aus Sicherheitsgründen lässt die Stadtverwaltung den Automaten per Video überwachen. So konnten auch in den fünf angeklagten Fällen, in denen unberechtigt auf die Geldkarte gebuchte Beträge abgehoben wurden, die Abheber jeweils bei der Tat beobachtet werden.

Identifiziert wurde anhand der Filme jedoch nur eine Person. Dabei handelt es sich um den 29 Jahre alten Mitangeklagten. Der habe, so Andreas Buick, Sprecher der Staatsanwaltschaft, die Tat auch bereits gestanden. Das Geld – in seinem Fall einmal 638,80 und einmal 707,85 Euro – habe er sich mit der Sozialamtsmitarbeiterin geteilt.

Aufgeflogen war der Untreue-Fall, als eine Hilfeberechtigte im Juni 2014 nachfragte, warum sie die ihr zustehende Sozialhilfeleistung nicht überwiesen bekommen habe. Die Überprüfung brachte dann zutage, dass die Summe längst ausgezahlt war.

Das Verfahren ist bereits der vierte Unterschlagungsfall innerhalb weniger Jahre im Göttinger Rathaus. 2012 hatte das Amtsgericht Göttingen einen früheren Sachbearbeiter des Göttinger Sozialamtes verurteilt, der knapp 54 000 Euro auf private Konten umgeleitet hatte. Ein Jahr zuvor verurteilte das Landgericht Göttingen einen früheren Mitarbeiter des Jugendamtes, der jahrelang Gelder von Konten der von ihm betreuten Kinder und Jugendlichen veruntreut hatte.

Insgesamt summierte sich der Schaden auf 140 000 Euro. In ihrer Urteilsbegründung rügten die Richter damals die mangelnden Kontrollmechanismen innerhalb der Stadtverwaltung. Im Jahr 2000 musste sich ein Mitarbeiter des Göttinger Einwohnermeldeamtes vor Gericht verantworten, weil er jahrelang Gebühren für Pässe und Ausweise in Höhe von umgerechnet rund 125000 Euro für sich einbehalten hatte. Auch damals kritisierten die Richter die mangelnde Kontrolle innerhalb der Verwaltung.

Von Jürgen Gückel und Heidi Niemann

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