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Modellbörse mit Sonderthema in Weende

Göttingen im Jugendbuch Modellbörse mit Sonderthema in Weende

Ein weitgehend vergessenes Kapitel Göttinger Buchgeschichte steht im Mittelpunkt der Modellbörse in Weende am Sonntag, 23. Oktober, in der Weender Festhalle. Die Sonderausstellung zum Thema „Jugendbücher und Lesestoff der 1950er/60er Jahre“ zeigt eine Vielzahl von Bänden der „Göttinger Jugend Bücher“ (GJB) des Fischer-Verlages aus Göttingen.

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Quelle: r

Weende. Angefangen, sagt die Modellbörsen-Organisatorin Cornelia Schmidt, habe alles mit dem Kauf zweier Bücher auf einem Dorfflohmarkt in der Region. Eines der Bücher zeigt auf dem Titelbild ein mit Polizisten und einem Jungen besetztes VW Käfer Cabrio der Polizei bei der Verfolgung eines anderen VW Käfer. Titel des Buches: „Der Polizeibericht meldet…“ von Horst Friedrich. Ein weiteres Buch gleichen Titels und desselben Verfassers zeigt auf einem ähnlichen Titelbild, dass der flüchtende Käfer nun ein Göttinger Kenneichen (GÖ-J 79) hat. Der Polizei-Käfer trägt auf der Tür den damals üblichen Niedersachsen-Stern.

Beide Bücher stammten aus der Serie „Göttinger Jugend Bücher“ des Göttinger Fischer-Verlages. Auf dem Deckblatt findet sich ein Verkehrsquiz mit Angaben einer Verkehrssituation, die eindeutig auf Göttingen hinweist. Ausweislich der Wegweiser der abgebildeten Bundesstraße B 3 sind die Städte Hannover 109 Kilometer und Kassel 50 Kilometer entfernt. Allerdings ist auch eine Straßenbahn abgebildet, die zwar geplant, aber nie realisiert wurde.

Modellbörse mit Teststrecke

Die Oktober-Modellbörse für Eisenbahn- und Automodelle wird am Sonntag, 23. Oktober, wie gewohnt in der Weender festhalle abgehalten. Besucher können für mitgebrachtes altes Modellspielzeug wieder eine unverbindliche und kostenlose Werteinstufung erhalten. Modelllokomotiven können getestet werden. Geöffenet ist die Modellbörse in der Zeit von 10 bis 16 Uhr. hein

Der W. (Wilhelm) Fischer-Verlag, am 20. Juni 1948, dem Tag der Währungsreform, gegründet, wurde in der Nachkriegszeit zeitweise zum größten Verlag der Universitätsstadt. Aus der GJB-Serie sollen etwa zehn Millionen Bücher verkauft worden sein, sagt Cornelia Schmidt. Nach der gewonnenen Fußball-Weltmeisterschaft legte der Verlag die erfolgreiche Reihe Aktuelle Göttinger Sportbücher auf. Der Verlag mit immerhin etwa 100 Mitarbeitern benötigte mehr Platz. Das neu erstellte Betriebsgebäude in der Stresemannstraße 30 konnte 1969 bezogen werden. In den 1980er Jahren aber führte das nachlassende Interesse der Jugend zu drastischen Umsatzeinbußen. 1997 musste Konkurs angemeldet werden.

Die Besucher sind gefragt

Mittlerweile seien mehr als 800 einzelne GJB-Titel zu den Themen Mädchen/Jungen, Abenteuer, Sport, Detektiv, Märchen und Sagen, Tierbücher und historischen Erzählungen ermittelt worden meint Cornelia Schmidt. Eine Liste wird während der Börse ausgelegt, Besucher mit weiteren Informationen können die Aufstellung entsprechend ergänzen.

Außerdem werden bei der Sonderausstellung Lese- und Schreibhefte der „Westermann-Fibeln“ in Schreibschrift und einige der bei einem Besuch im richtigen Schuhgeschäft geschenkten Hefte mit „Lurchis Abenteuern“ ausgelegt. Auch frühe Comics wie Micky Maus oder Fix und Foxi sind zu sehen, die damals von vielen Eltern als minderwertige Literatur eingestuft wurden.

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