Volltextsuche über das Angebot:

2 ° / -6 ° wolkig

Navigation:
Modellprojekt für anonyme Krankenscheine in Göttingen

Flüchtlinge anonym versichert Modellprojekt für anonyme Krankenscheine in Göttingen

Bei der medizinischen Versorgung von Flüchtlingen gibt es derzeit erhebliche Probleme. Der von Landkreis und Stadt Göttingen gewünschte Modellversuch mit anonymisierten Krankenscheinen wäre eine große Hilfe, heißt es bei der Medizinischen Flüchtlingshilfe (MFH) Göttingen.

Voriger Artikel
Wendebach-Stausee: Sedimenträumung geht im Herbst weiter
Nächster Artikel
Neuer Golfplatz in Geismar: Das sagen die Betreiber anderer Golfplätze
Quelle: Pedersen/dpa (Symbolfoto)

Göttingen. „Bei den wöchentlichen Sprechstunden“, erläutert Rainer Neef die Bedingungen bei der MFH, „tauchen zwischen zwei und sechs bis acht Personen auf. Zum Teil treten dann noch die Fälle von Angehörigen oder ganzen Familien zu Tage.“ Für die Vermittlung an Mediziner führe die MFH eine Kartei von Ärzten, die teils ohne Honorar arbeiteten, teils aber mit Bezahlung. Bei anderen Leistungen sei es ähnlich uneinheitlich. „ Bei der stationären Versorgung sei die Organisation und der Umgang mit Abrechnungen noch komplizierter, meint Neef, aber: „Zum Glück haben wir allerlei Kontakte in Krankenhäuser hinein.“

Die MFH begleite die Patienten „in der Regel“ zu Ärzten oder in Krankenhäuser. Die so Betreuten seien „nicht nur Papierlose, sondern viele andere, die nach dem Gesetz unzureichende Gesundheitsleistungen erhalten“. Dazu zählt Neef Geduldete oder Geflüchtete, häufig auch Asylbewerber mit abgelehntem Asylantrag. Hinzu komme mittlerweile eine stark ansteigende Zahl von EU-Bürgern ohne Krankenversicherung, oft aus Rumänien oder Bulgarien.

Zuletzt hatte sich der Göttinger Kreistag den Modellversuch mit anonymisierten Krankenscheinen zumindest für Flüchtlinge. Für den entsprechenden Antrag von SPD und Grünen hatte sich neben Linken und FDP, sondern auch die CDU ausgesprochen. Medizinische Versorgung von Flüchtlingen sei „ein Akt der Nächstenliebe“, hatte Harm Adam die Haltung seiner Fraktion begründet.

Die Landes-CDU hingegen lehnt den von SPD und Grünen für das gesamte Land Niedersachsen vorangetriebenen Modellversuch komplett ab. „Es wäre ein verheerendes Signal“, meint Max Matthiesen, sozialpolitischer Sprecher der CDU-Landtagsfraktion, „wenn künftig auch Menschen, die sich illegal in Deutschland aufhalten, medizinische Leistungen in Anspruch nehmen könnten, ohne eine Strafverfolgung fürchten zu müssen.“

Dass das Projekt im Land im Innen- und Sozialministerium nicht recht vorankomme, sei fatal, meint MFH-Sprecher Neef. Allerdings hat die niedersächsische Landesregierung bereits Ende 2014 Mittel in Höhe von einer halben Million Euro für den vorabgestimmten Modellversuch bei Stadt und Landkreis Göttingen wie auch in der Region Hannover in den Landeshaushalt 2015 eingestellt.

Voriger Artikel
Nächster Artikel
Schauspieler-Casting im Göttinger „Kauf Park“