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Möbel-Finke: Handel fordert gleiche Regeln für alle

Pro City und Kaufpark wollen neues Gutachten Möbel-Finke: Handel fordert gleiche Regeln für alle

Göttingen. In der jüngst entbrannten Diskussion um eine Ansiedlung des Paderborner Möbelhauses Finke an der Hermann-Kolbe-Straße hat Rudolph Christa, Sprecher der Finke-Geschäftsführung, die am Montag vom Verwaltungsausschuss des Rates gefasste Entscheidung des Verwaltungsrates begrüßt: „Die Überarbeitung des Einzelhandelskonzeptes ist ein Weg, den man gehen sollte.“

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Begehrtes Gelände: Hermann-Kolbe-Straße.

Quelle: Hinzmann

Göttingen. In der jüngst entbrannten Diskussion um eine Ansiedlung des Paderborner Möbelhauses Finke an der Hermann-Kolbe-Straße hat Rudolph Christa, Sprecher der Finke-Geschäftsführung, die am Montag vom Verwaltungsausschuss des Rates gefasste Entscheidung des Verwaltungsrates begrüßt: „Die Überarbeitung des Einzelhandelskonzeptes ist ein Weg, den man gehen sollte.“ So sei etwa die Überprüfung der seit 2004 existierenden sogenannten Göttinger Liste, in der festgelegt ist, welche Warengruppe für die Göttinger Innenstadt relevant sind, sinnvoll. Christa glaubt, dass es darin bei aktueller Bewertung zu Verschiebungen kommen wird.

„Ich bin der absoluten Überzeugung, dass Finke keine Gefährdung für die Göttinger Innenstadt darstellt. Im Gegenteil. Wir binden Kaufkraft in der Stadt, die sonst nach Kassel oder Braunschweig abfließen würde.“ Eine Überarbeitung des Einzelhandelskonzeptes sei absolut mit Finkes Zeitplan einer Ansiedlung. Gleichzeitig macht Christa aber deutlich, dass es für Finke durchaus Alternativen zum Standort Göttingen gibt. „Ich wäre ein schlechter Kaufmann, würde ich mich nicht umsehen“, sagt er. Christa geht davon aus, dass es in dem geplanten Möbelkompetenzzentrum mit 46 000 Quadratmetern Verkaufsfläche etwa 250 sozialversicherungspflichtige Arbeitsplätze in Voll- und Teilzeit entstehen.
In Richtung Oberbürgermeister Wolfgang Meyer (SPD), der, wie aus einer Beschlussvorlage für den Verwaltungsausschuss hervorgeht, die Finke-Ansiedlung ursprünglich nicht weiterverfolgen wollte, sagt Christa: „Es ist falsch und unangemessen, die Gespräche abbrechen zu wollen.“

Der Ausschuss hatte sich am Montag einstimmig darauf geeinigt, zunächst das bestehende Einzelhandelskonzept zu aktualisieren, auch um abschätzen zu können, welche Auswirkungen das Finke-Zentrum für den bestehenden Göttinger Handel hat. Erst dann sollen die Gespräche mit Finke wieder aufgenommen werden.

Auch Holger Henschel von der Göttinger Projektentwicklungsgesellschaft CMM, die den Kaufpark betreibt, hält es für „wichtig und wichtig ein qualifiziertes Gutachten“ zu erstellen. Die Ergebnisse und Zahlen dienten als Grundlage für eine Diskussion, die „ergebnisoffen“ geführt werden müsse. Durch eine Finke-Ansiedlung habe der Kaufpark indes nichts zu befürchten, der Konkurrenz würde man sich stellen. „Was aber, wenn Konkurrenz das Geschäft nicht belebt, sondern Leerstände produziert“, fragt Henschel. Er fordert, dass bei Sortiment und dessen Beschränkung für alle Beteiligten die gleichen Spielregeln gelten müssten. „Wir sind seiner Zeit auch ordentlich beschnitten worden“, erinnert Henschel an die Kaufpark-Erweiterung.

Ähnlich argumentiert City-Managerin Beate Behrens. Sie sieht in dem gültigen Einzelhandelskonzept, das von allen Akteuren damals im Schulterschluss auf den Weg gebracht worden ist, ein Instrument, das den Investoren Sicherheit geben soll, auf das diese sich berufen könnten. „Wir wollen, dass diese gültige Vereinbarung gewahrt bleibt. Nur weil jetzt ein Investor kommt, kann man diese Regeln, auf die sich alle geeinigt haben, nicht über Bord werfen“, sagt Behrens. Grundsätzlich wolle man sich dem Wettbewerb nicht verschließen. Gegen ein Möbelhaus als solches habe man nichts, so Behrens. Wohl aber, wenn dort innenstadtrelevante Waren angeboten werden.

Das sagt das Einzelhandelskonzept

Das derzeit gültige, von der Gesellschaft für Konsumforschung erstellte Einzelhandelskonzept aus dem Jahr 2004 nennt als ein wichtiges Ziel die Sicherung und Stärkung des Innenstadthandels. Gleichzeitig heißt es darin aber auch: „Ein überregionaler zugkräftiger Möbelanbieter, dessen Verkaufsflächendimensionen auch deutlich über einer Schwelle von rund 2000 Quadratmetern Verkaufsfläche liegt, könnte am Standort Göttingen aufgrund der relativen Solitärlage und des vergleichsweise weitläufigen Marktgebietes die Marktabschöpfung aus den äußeren Marktgebietszonen intensivieren.“ Darin sind unter anderem Waren wie Glas, Porzellan, Keramik, Geschenkartikel, Haushaltswaren, Haus- und Heimtextilien und Stoffe als „Innenstadt-Muss“ und „zentrenrelevant“ aufgeführt. Leuchten sind als „zentrenrelevant“ gelistet. Finke plant genau diese Warengruppen in dem Möbelkompetenzzentrum auf rund 4600 Quadratmetern Fläche anzubieten.

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Göttingens Oberbürgermeister Wolfgang Meyer (SPD) hat sich gegen eine Ansiedlung des Paderborner Möbelkonzerns Finke ausgesprochen. Dies geht aus einem Beschlussvorschlag hervor, über den am Montag eigentlich im Verwaltungsausschuss des Rates abgestimmt werden sollte.

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