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Mongolisches Kleinkind bekommt Hörgerät

Medizinische Hilfe Mongolisches Kleinkind bekommt Hörgerät

Erschöpft, aber dankbar und glücklich ist am Donnerstagsabend eine mongolische Familie im Hotel Stadt Hannover in Germershausen angekommen. Am Freitag ging es mit Edeltraud Knöchelmann weiter nach Essen. Die Krebeckerin hatte vermittelt, dass der zehn Monate alte Sohn der Familie dort ein Hörgerät angepasst bekommt.

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Tsagaanhuu Dorisembe, Myanganzam Enhjarga mit ihrem Sohn Dorisembe Tsogtochir und Edeltraud Knöchelmann.

Quelle: Mahnkopf

Germershausen. Die rund 8000 Euro Kosten dafür übernahm Hörgeräte-Akustiker Reinhard Bagus. Bei ihm hatte auch Knöchelmanns Sohn ein Hörgerät angepasst bekommen. Wie das Kleinkind aus der Mongolei wurde er mit dem Goldenhar-Syndrom und geschlossenen Gehörgängen geboren. Der Kontakt zwischen Krebeck und Ulan-Bator kam über das Internet zustande, ins Eichsfeld gefahren wurde die buddhistische Familie nach elfstündigem Flug mit Umsteigen in Moskau und Übernachtung in Berlin vom Fahrer des mongolischen Konsulats.

Myanganzam Enhjarga, ihr Mann Tsagaanhuu Dorisembe und ihr zehn Monate alter Sohn Dorisembe Tsogtochir, dessen älterer Bruder zuhause blieb, waren zuvor noch nie im Ausland („Wir können noch gar nicht glauben, dass wir hier sind“). Wie fast die Hälfte der Bevölkerung der Mongolei lebt die Familie in der Hauptstadt Ulan-Bator, die rund 1,3 Millionen Einwohner hat.

Mit Knöchelmann tauschten sich der  25 Jahre alte Industrieanlagen-Maschinist und seine gleichaltrige Frau über Krankheitssymptome, die Entwicklung ihrer Kinder und Behandlungsmöglichkeiten aus, zu denen es viele Fragen gab. Als Dolmetscher konnte Knöchelmann die Göttinger Forststudentin Nina Tiralla und ihren Mann Bayardalai Myagmarsuren gewinnen. Auch Bürgermeister Reinhard Scharf (CDU) kam  ins Hotel Stadt Hannover, um die Familie aus der fernen Mongolei im „ruhigen Germershausen“ zu begrüßen. Hotelbetreiber Björn Teichmann bewirtete die Gäste des Wallfahrtsorts und stellte ihnen ein Zimmer zum Sonderpreis zur Verfügung.

Die junge Familie kam nicht mit leeren Händen. In tagelanger Kleinarbeit hatte die Mutter  aus filigran gefalteten Papierschnipseln ein Bild mit zwei farbenprächtigen Pfauen gefertigt, das einen Ehrenplatz über Knöchelmanns Sofa bekommen soll. Auch den Kaschmirschal und den Nierenwärmer aus Kamelhaar, den die Familie aus Ulan-Bator als Gastgeschenke mitgebracht hatte, kann die Krebeckerin gut gebrauchen.

Das Hörgerät für das Kind kann „mitwachsen“. Eine Operation, bei der Eigenmaterial für den Ohraufbau verwendet wird, ist erst ab dem zehnten Lebensjahr möglich. „Die Familie kommt bestimmt noch mal wieder“, ist sich Knöchelmann nicht nur deshalb sicher.

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