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„Monotoner Schuhkarton“ als Lokhallen-Anbau

Verein Stadt und Planung kritisiert Erweiterungsentwurf „Monotoner Schuhkarton“ als Lokhallen-Anbau

Der Verein Stadt und Planung sorgt sich um den Denkmalschutz für die Lokhalle. Fünf Monate nachdem die Gesellschaft für Wirtschaftsförderung und Stadtentwicklung (GWG) Entwürfe für eine künftige Erweiterung der größten Göttinger Veranstaltungshalle vorgelegt hat, hagelt es vom Verein Kritik an den Plänen.

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Auf der Westseite der Lokhalle: Lagerfläche und Parkplatz. Künftig soll hier die Lokhalle erweitert werden, um den gestiegenen Buchungsanfragen nachzukommen.

Quelle: SPF

Göttingen. „Baudenkmäler müssen auch von außen erlebbar sein“, heißt es in einer Mitteilung des Vereins. Er fordert deshalb „eine Neuplanung für einen Lokhallenanbau, der den Denkmalcharakter respektiert und den Leineauenpark mit einbezieht“, heißt in einer aktuellen Pressemitteilung des Vereins.

Durch den Siegerentwurf eines Gestaltungswettbewerbes, bei dem das Berliner Architektenbüro Anderhalten die Jury überzeugte, wäre das „imposante Gebäude“ fast nur noch von innen her erlebbar. „Der geplante Schuhkarton weist mit der Verwendung einer Betonfertigteilfassade auf der gesamten Länge einen der Lokhalle nicht angemessenen, monotonen Charakter auf. Die Gestaltung und Länge des Baukörpers wirken trennend und abweisend in Richtung Leineaue und Weststadt“, argumentiert der Verein. Das Vorgehen von Stadt und GWG stehe damit in der „bewährten“ Tradition, „mit der historischen Bausubstanz trotz vollmundiger Ankündigungen beliebig und unsorgfältig umzugehen“.

Die Stadt reagiert derweil gelassen auf die Kritik: „Wir haben keine Sorgen wegen des Denkmalschutzes der Lokhalle. Das liegt vor allem daran, dass das Verfahren wegen der Denkmalschutzbelange hervorragend vorbereitet war“, sagt Stadtsprecher Detlef Johannson. GWG-Chef Klaus Hoffmann verweist dabei auf einen Vorentwurf des Braunschweiger Architekten Uwe Kleineberg, der bereits am Umbau der Lokhalle beteiligt war.

Johannson betont die „einstimmige Entscheidung des Preisgerichts“ zu den Anbauplänen. Dort sei die Stadt durch Stadtbaurat Thomas Dienberg vertreten gewesen, zudem gehörten auch Manfred Hegger  aus Kassel, „ein absoluter Experte im Umgang mit Baudenkmalen“ und der Göttinger Architekt Jochen Schwieger der Jury an. Ein „höchst engagierter Verfechter von Baukultur und Denkmalschutz, nicht nur in unserer Stadt“, sagt Johannson. Die Erweiterung der Lokhalle setze in der Leineauc „einen baulichen Impuls, ohne das Baudenkmal zu verstecken“.

„Dass die Lösung nicht jedem gefällt, ist klar“, sagt Hoffmann. Die GWG könne mit dem Entwurf aber sehr gut leben. Sie sei „klar, modern“ und für einen klassischen Industriebau wie die Lokhalle „absolut angemessen“. Die Behauptung, Belange des Denkmalschutzes würden ignoriert, nennt Hoffmann „unsäglich“. Zumal die „Crème de la Crème“ an Denkmalschutzexperten beteiligt gewesen sei.

Einen Zeitplan, wann an der Lokhalle angebaut wird, gibt es nach Hoffmanns Angaben noch nicht. Zunächst werde der Markt für zusätzliche und größere Veranstaltungsflächen geprüft. Ebenso wenig stehe fest, wie teuer die geplante Erweiterung werde.

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