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Landgericht Göttingen verurteilt 17-Jährigen zu fünf Jahren Jugendstrafe

Prozess um Vatermord Landgericht Göttingen verurteilt 17-Jährigen zu fünf Jahren Jugendstrafe

Weil er seinen 58-jährigen Vater erschossen hat, muss ein 17-jähriger Schüler aus Göttingen für fünf Jahre in Jugendhaft. Das hat am Donnerstag das Landgericht Göttingen entschieden.

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Quelle: dpa

Gleichen/Göttingen. Die Kammer habe den 17-jährigen Angeklagten des Mordes für schuldig befunden, teilte Gerichtssprecherin Jördis Jansse-Ischebeck mit. Der Prozess hatte Mitte September begonnen. Da der Angeklagte noch Jugendlicher ist, fand die komplette Verhandlung unter Ausschluss der Öffentlichkeit statt.

Die Staatsanwaltschaft hatte den Schüler angeklagt, im April dieses Jahres seinen Vater mit vier Schüssen aus einer Pistole getötet zu haben. An dem Prozess nahmen auch fünf Angehörige des Getöteten als Nebenkläger teil. Nach Angaben der Gerichtssprecherin hat der 17-Jährige am ersten Prozesstag in einer mehrstündigen Einlassung ein Geständnis abgelegt und sich auch zu der Vorgeschichte und den Hintergründen der Tat geäußert. Anschließend hatte die Kammer im Rahmen der Beweisaufnahme zahlreiche Zeugen gehört.

Spaziergänger hatten die Leiche des 58-jährigen Vaters Ende April in der Feldmark an einem mittelalterlichen Beobachtungsturm im Bereich der so genannten Diemardener Warte in der Gemeinde Gleichen (Kreis Göttingen) gefunden. Die Obduktion in der Göttinger Rechtsmedizin ergab, dass der 58-Jährige durch mehrere Schüsse in den Oberkörper starb.

Die Polizei hatte den damals noch 16 Jahre alten Gymnasiasten wenige Stunden nach Entdeckung der Leiche an seinem Wohnort in Göttingen festgenommen. Er wurde anschließend zunächst in einer psychiatrischen Klinik untergebracht und kam dann aufgrund eines Haftbefehls des Amtsgerichts Göttingen in die Jugendanstalt Hameln in Untersuchungshaft.

Die Fahnder hatten damals auch die mutmaßliche Tatwaffe beschlagnahmt. Nähere Angaben dazu, wo die Waffe herkam, wem sie gehörte und wie es zu dem Zusammentreffen von Vater und Sohn auf dem Aussichtspunkt gekommen war, machte die Polizei nicht. Die Ermittler teilen lediglich mit, dass das Tatmotiv vermutlich „im innerfamiliären Bereich“ liege.

Von Heidi Niemann

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