Volltextsuche über das Angebot:

11 ° / 6 ° Sprühregen

Navigation:
Mord in Reiffenhausen: Angeklagtem droht Höchststrafe

Gericht könnte besondere Schwere der Schuld feststellen Mord in Reiffenhausen: Angeklagtem droht Höchststrafe

Im Prozess um die Ermordung eines 27-jährigen Mannes aus Reiffenhausen droht dem Angeklagten unter Umständen eine Verurteilung wegen Mordes aus Heimtücke. Darauf hat der Vorsitzende Richter Ralf Günther am Mittwoch im Prozess vor dem Landgericht Göttingen hingewiesen.

Voriger Artikel
ÖPNV-Angebote im Raum Göttingen besser als ihr Ruf
Nächster Artikel
Waldbach Rotes Wasser bei Fredelsloh soll für Fische barrierefrei werden
Quelle: dpa (Symbolfoto)

Göttingen/Reiffenhausen. Die Staatsanwaltschaft hatte in ihrer Anklage nur das Mordmerkmal der niederen Beweggründe als erfüllt angesehen. Zusätzlich zu einer lebenslangen Freiheitsstrafe könnte das Gericht auch die besondere Schwere der Schuld feststellen, sagte Günther. Dies hätte zur Folge, dass der 28-Jährige nicht nach frühestens 15 Jahren mit einer vorzeitigen Entlassung auf Bewährung rechnen könnte.

Der 28-Jährige hatte auch am zweiten Verhandlungstag keine Angaben zu den Anklagevorwürfen gemacht. Die Staatsanwaltschaft wirft ihm vor, Anfang Februar den 27-jährigen Bruder seiner damaligen Freundin erschossen zu haben. Zuvor soll er sein Opfer mit einer fingierten Flirt-SMS in die Feldmark von Reiffenhausen gelockt haben. Der Angeklagte habe sich dafür rächen wollen, dass der Bruder ihn mehrerer Diebstähle überführt hatte.

Die Polizei hatte die Leiche des Ermordeten zehn Tage nach seinem Verschwinden etwa zwei Kilometer von seinem Wohnhaus entfernt an einem Bach unter einem Holzstapel entdeckt. Zwei Tage zuvor hatten die Fahnder an einem Busch in der Nähe seine Stiefel gefunden. Den Ermittlern zufolge hatte der Täter die Leiche vermutlich von einem Feldweg über eine Wiese zu dem Holzstapel geschleift. Die Beamten entdeckten auch einige Patronenhülsen, die Tatwaffe fanden sie allerdings nicht.

Die Polizei stieß auf eine Reihe von Indizien, die den Angeklagten erheblich belasten. So fanden sich Schmauchspuren sowohl am Lenkrad des von ihm genutzten Firmenwagens als auch in der Hosentasche seiner Jeans. Außerdem fanden sich seine Fingerspuren auf dem Umschlag eines Briefes, den das Opfer von einer angeblichen Daniela bekommen hatte. Auf der Klebefläche der Briefmarke fand sich eine DNA-Spur, die mit den Merkmalen des Angeklagten übereinstimmt. Die Marke stammte von einem Briefmarkenblock in seiner Wohnung.

Der 27-Jährige sei von mindestens sechs schnell aufeinander folgenden Schüssen getroffen worden, sagte der Rechtsmediziner Professor Wolfgang Grellner. Ein Schuss durchschlug Herz und Lunge. Das Opfer sei innerhalb weniger Minuten gestorben. Möglicherweise habe der Schütze auf einer Bank gesessen und von dort auf den 27-Jährigen gefeuert. Die Spurensicherung hatte in der Nähe der Bank Bonbonpapiere gefunden. Bonbons der gleichen Marke fanden sich auch im Wohnhaus und dem Firmenwagen des Angeklagten.

Von Heidi Niemann

Voriger Artikel
Nächster Artikel
Der Wochenrückblick vom 3. bis 9. Dezember 2016